
Überblick
Am 21. Oktober 2026 legt AT&T vor Börsenbeginn seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Auf dem Spiel steht mehr als ein einzelnes Quartal: Der Konzern muss zeigen, dass das Wachstum im Wireless- und Glasfasergeschäft das schrumpfende Legacy-Geschäft dauerhaft kompensiert — und dass die Jahresprognose von 2,25 bis 2,35 USD bereinigtem EPS hält.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei 0,61 USD bereinigtem EPS, nach 0,54 USD im Vorjahresquartal — ein Zuwachs von rund 11 %. Die LSEG-Schätzung ist mit 0,60 USD einen Cent konservativer. Beim Umsatz rechnen Analysten mit etwa 31,69 Mrd. USD, was einem Wachstum von rund 3 % gegenüber dem Vorjahr entspräche.
Zum Vergleich: Im zweiten Quartal erzielte AT&T 31,56 Mrd. USD Umsatz und lag damit leicht unter dem damaligen Konsens von 31,80 Mrd. USD. Das EPS übertraf den Konsens deutlich — die Aktie legte trotzdem rund 3 % zu. Der Markt honoriert also Profitabilität stärker als Topline-Wachstum. Das ist eine nützliche Information für die Erwartungshaltung am 21. Oktober.
Das Ratingbild ist positiv, aber nicht einheitlich: 11 Strong Buy, 3 Buy und 10 Hold. Der durchschnittliche Kurszielkonsens liegt bei rund 29,05 USD. Sanford C. Bernstein hat AT&T zuletzt von „Outperform” auf „Market Perform” zurückgestuft und ein Kursziel von 24 USD gesetzt — das ist ein deutlicher Ausreißer nach unten und zeigt, dass nicht alle Analysten die aktuelle Investmentthese teilen.
Bewertungskontext
AT&T wird auf Basis des Analystenkonsens für das Gesamtjahr 2026 von 2,33 USD EPS mit einem einstelligen KGV gehandelt — für einen Telekomkonzern mit stabilen Cashflows keine ungewöhnliche Bewertung, aber auch kein Schnäppchen, wenn das Umsatzwachstum strukturell bei 2,5 % pro Jahr deckt. Die Aktie ist in den vergangenen sechs Monaten um rund 1,39 % gefallen, während der Sektor insgesamt freundlicher tendierte.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte dürften die Kursreaktion bestimmen. Erstens: die Wireless-Nettozugänge und der Serviceumsatz. Preiswettbewerb und das wachsende Satellitenangebot von SpaceX setzen das Mobilfunkgeschäft unter Druck — konkrete Kundenzahlen werden zeigen, wie viel davon bereits in den Zahlen steckt.
Zweitens: das Breitband- und Glasfaserwachstum. Dieses Segment ist der strukturelle Wachstumstreiber, der den Rückgang im Legacy-Geschäft auffangen soll. Im zweiten Quartal sanken die Legacy-Umsätze um 25,9 %, das operative Ergebnis dieses Bereichs sogar um 45,5 %. Eine weitere Beschleunigung dieses Rückgangs würde die Wachstumsrechnung empfindlich stören.
Drittens: der freie Cashflow und der Ausblick. AT&T trägt eine erhebliche Schuldenlast, und die Dividende hängt am Cashflow. Anleger werden prüfen, ob das Management die Jahresprognose bestätigt oder — im besten Fall — anhebt. Ein EPS-Beat ohne Ausblicksbestätigung dürfte den Kurs kaum bewegen.
der aktien.live-Redaktion
AT&T liefert solide Cashflows, aber kein echtes Wachstum — und der Markt preist das mit einem KGV von 7,7 bereits ein. Der erwartete EPS-Anstieg auf 0,61 USD klingt ordentlich, doch das Legacy-Geschäft bricht schnell weg: operative Verluste dort stiegen zuletzt um 45,5 %. Glasfaser muss diese Lücke füllen, und die Zahlen am 21. Oktober werden zeigen, ob die Rechnung aufgeht. Bernsteins Kursziel von 24 USD — weit unter dem Konsens von 29,05 USD — signalisiert, dass strukturelle Zweifel nicht verschwunden sind.
Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.
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