
Verizon Communications legt am 26. Oktober 2026 vor Marktstart seine Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Der Analystenkonsens liegt bei einem bereinigten EPS von 1,27 USD — nach 1,21 USD im Vorjahresquartal, was einem Wachstum von rund 5 % entspricht. Beim Umsatz erwarten die meisten Schätzungen einen Wert zwischen 34,77 und 34,9 Mrd. USD, was einem Anstieg von knapp 3 % gegenüber Q3 2025 entspräche.
Analystenerwartungen
Der Konsens ist eng beisammen: Einzelne Schätzungen reichen von 1,27 bis 1,28 USD bereinigtem EPS. Beim Service-Umsatz peilt Verizon selbst rund 3 % Wachstum an, für Q4 wird eine Beschleunigung auf etwa 4 % erwartet. Das Management hatte die bereinigte EPS-Jahresprognose zuletzt auf 4,99 bis 5,04 USD angehoben — ein Signal, dass die Unternehmensführung die eigene Guidance ernst nimmt. Ob der Markt das genauso sieht, ist eine andere Frage.
Bewertungskontext
Verizon wird aktuell mit einem KGV von rund 11,6 gehandelt — für einen Telekomkonzern mit stabilen Cashflows kein ungewöhnliches Niveau, aber auch kein Schnäppchen, wenn das Wachstum strukturell begrenzt bleibt. Der Kurs liegt bei etwa 45,20 USD; Analysten nennen Kursziele zwischen 49,92 und 51,24 USD, was ein Aufwärtspotenzial von 10 bis 13 % bedeuten würde. Die Dividendenrendite ist attraktiv, das Konsensurteil reicht von „Hold” bis „Moderate Buy” — Wall Street ist also nicht begeistert, aber auch nicht alarmiert.
Was Anleger beachten sollten
Die eigentliche Frage ist nicht, ob Verizon den EPS-Konsens trifft. Die ist fast schon nebensächlich. Wichtiger sind drei Punkte.
Erstens: Postpaid-Telefon-Neuzugänge. Im zweiten Quartal waren es 184.000 Netto-Neuzugänge — ein positiver Trend, den Verizon bestätigen muss. Das Management hatte das obere Ende der Jahresspanne von 750.000 bis 1 Mio. Neuzugängen in Aussicht gestellt. Verfehlt Verizon diese Marke, dürfte der Kurs reagieren.
Zweitens: Glasfaser und Frontier-Integration. Nach 155.000 neuen Glasfaseranschlüssen in Q2 wird der Markt prüfen, ob die Frontier-Übernahme tatsächlich Wachstum bringt oder nur Kosten.
Drittens, und das ist der Elefant im Raum: SpaceX. Der gemeldete Spektrum-Deal von rund 8 Mrd. USD hat die Sorge verstärkt, dass Starlink Mobile mittelfristig Preise und Kundenbindung im US-Mobilfunkmarkt angreift. Verizon wird sich dazu positionieren müssen — eine vage Antwort wird der Markt nicht honorieren. Der Free Cashflow soll laut Prognose um 9 bis 10 % steigen; auch das wird genau beobachtet, weil es die Dividendenfähigkeit absichert.
Kurz gesagt: Ein sauberer EPS-Beat ohne klare Aussagen zu Postpaid-Wachstum und Starlink-Risiko wird wenig bewegen. Der Ausblick zählt mehr als die Vergangenheit.
der aktien.live-Redaktion
Verizon verdient seinen Ruf als Dividendenwert — aber kein Wachstumswert. Das KGV von 11,6 spiegelt diese Skepsis bereits wider. Am 26. Oktober muss der Konzern zeigen, dass 184.000 Postpaid-Neuzugänge aus Q2 kein Ausreißer waren. Entscheidend ist auch die Antwort auf Starlink: SpaceX' Spektrum-Deal über rund 8 Mrd. USD ist ein echter Konkurrenzimpuls, keine ferne Drohkulisse.
Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.
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