
Am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, legt BlackRock vor US-Börsenbeginn seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Der weltgrößte Vermögensverwalter sitzt auf einem AUM-Berg, der die 15-Billionen-Marke längst hinter sich gelassen hat — und genau das ist das Problem: Die Erwartungen sind entsprechend hoch, und der Markt verzeiht wenig.
Analystenerwartungen
Der Konsens beim bereinigten EPS liegt bei 14,01 USD, einzelne Schätzungen reichen bis 14,32 USD. Gegenüber dem Vorjahresquartal wäre das ein Wachstum von rund 21 bis 24 Prozent. Beim Umsatz rechnen FactSet und Zacks mit 7,42 bis 7,45 Mrd. USD, was einem Anstieg von etwa 14 Prozent entspräche. Der Löwenanteil davon — rund 6,4 Mrd. USD oder 86 Prozent des Gesamtumsatzes — entfällt auf Advisory Fees, also Beratungs- und Verwaltungsgebühren. Das AUM wird im Bereich von 15,5 bis 15,7 Bio. USD erwartet, ein Plus von 15 bis 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Analysten-Sentiment ist klar positiv: 11 Strong Buy, 6 Buy, 1 Hold — kein einziges Verkaufsvotum. Wer bei solchen Vorzeichen enttäuscht, fällt tiefer.
Bewertungskontext
Die Aktie wird aktuell mit einem KGV von rund 26 gehandelt. Für einen Vermögensverwalter ist das kein Schnäppchen, aber auch kein Ausreißer — sofern das Wachstum liefert. Marktkapitalisierung und Kursstand im 52-Wochen-Vergleich zeigen, dass BlackRock in den vergangenen Monaten gut mitgelaufen ist. Das Bewertungsniveau setzt voraus, dass sowohl Zuflüsse als auch Margen stimmen. Eines allein reicht nicht.
Was Anleger beachten sollten
Der interessanteste Widerspruch vor diesen Zahlen: BlackRock hat kurz vor dem Berichtstermin US-Aktien von Overweight auf Neutral zurückgestuft und gleichzeitig US-Staatsanleihen auf Overweight angehoben. Das ist ein vorsichtiges Marktsignal — und es kommt vom Unternehmen selbst. Für den Aktienkurs ist das kurzfristig keine Steilvorlage, auch wenn ein stärkeres Anleihegeschäft über Fixed-Income-Zuflüsse helfen könnte.
Drei Punkte werden den Kurs am Mittwoch bewegen: Erstens die Qualität der Nettozuflüsse — ob das AUM-Wachstum aus echten Kundenzuflüssen stammt oder überwiegend aus Marktwertsteigerungen. Zweitens die Gebührenentwicklung: Wächst das AUM schneller als die Erträge, sinkt die effektive Gebührenquote, was bei einem ETF-lastigen Produktmix strukturell möglich ist. Drittens der Ausblick — insbesondere, ob das Management die vorsichtigere Marktpositionierung auch in seinen eigenen Wachstumsprognosen widerspiegelt.
Rückkäufe in Höhe von rund 2 Mrd. USD für das laufende Jahr sind eingeplant und stützen das EPS mechanisch. Das ist kein Wachstumstreiber, aber es hält die Kennzahl sauber. Ein EPS unter 14,00 USD, ein Umsatz unter 7,4 Mrd. USD oder schwache Nettozuflüsse dürften die Aktie belasten — unabhängig davon, wie gut die Headline-Zahl aussieht.
der aktien.live-Redaktion
BlackRock dominiert das Asset Management mit einem verwalteten Vermögen von über 15,5 Bio. USD. Der EPS-Konsens liegt bei 14,01 USD, das wäre gut 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Pikant: Kurz vor den Zahlen stufte BlackRock US-Aktien auf Neutral zurück. Wer selbst den Bremser spielt, muss mit eigenen Ergebnissen umso klarer überzeugen — vor allem bei Nettozuflüssen und Gebührenmargen.
Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.
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