Am 22. Juli, vor Marktöffnung, legt Philip Morris International die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Analystenkonsens erwartet ein bereinigtes EPS von 2,04 USD, nach 1,91 USD im Vorjahresquartal — ein Plus von rund 7 % YoY. Beim Umsatz rechnet der Markt mit organischem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich, getragen von IQOS und ZYN.
Analystenerwartungen
Die EPS-Schätzungen der Analysten liegen eng beieinander: Zacks nennt 2,04 USD als Konsens, andere Datendienste bewegen sich zwischen 2,02 und 2,07 USD. Für das Gesamtjahr 2026 hat PM die bereinigte EPS-Guidance bei 8,31–8,46 USD bestätigt, was einem organischen Wachstum von 7,5–9,5 % entspricht. Die berichtete Gewinnprognose wurde Anfang Juni auf 7,18–7,33 USD gesenkt — wegen Währungsverlusten und einer nicht-cashwirksamen Wertminderung bei der kanadischen Tochter Rothmans, Benson & Hedges. Das bereinigte Bild blieb unverändert, der Markt hat das registriert.
Beim Umsatz gilt organisches Wachstum von 5–7 % als Basiserwartung. Entscheidend ist dabei, wie stark ZYN ULTRA und das erweiterte ZYN-Sortiment in den USA zur Dynamik beitragen — und ob IQOS in Japan trotz Steuererhöhungen die Kategorieanteile hält.
Bewertungskontext
Das Forward-KGV liegt je nach Modell zwischen 22 und 26x. Für einen Tabakkonzern ist das historisch hoch — und der Kurs hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 70 % zugelegt. Das mittlere 12-Monats-Kursziel der Analysten liegt bei etwa 197 USD, was vom aktuellen Niveau noch rund 7–9 % Upside bedeutet. Mehrere Häuser stufen die Aktie als „Hold” ein, nicht weil die Fundamentaldaten schwach wären, sondern weil die Bewertung wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt. Das Konsensrating ist „Moderate Buy” — 7 von 13 Analysten bei Barchart mit „Strong Buy”, 4 mit „Hold”.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte dominieren die Erwartungshaltung vor den Zahlen. Erstens: das Smoke-Free-Wachstum. Volumen und Profitabilität bei IQOS und ZYN sind der Kern der Investmentthese — fällt das Wachstum schwächer aus als erwartet, wird die Bewertungsprämie schwer zu verteidigen sein. Zweitens: die Margen. Der Mix-Shift zu Smoke-Free-Produkten soll Währungsdruck und Kosteninflation kompensieren; ob die operative Marge stabil bleibt oder leicht ausweitet, ist für die Glaubwürdigkeit der Jahresguidance zentral. Drittens: FX und Guidance-Stabilität. Die bereinigte EPS-Spanne von 8,31–8,46 USD wurde zuletzt bestätigt, aber jede weitere Anpassung — auch nur bei der berichteten Zahl — dürfte die Volatilität erhöhen. Hinzu kommt das regulatorische Umfeld: FDA-Entscheidungen zu ZYN und mögliche EU-Regeln zu Aromen und Nikotin bleiben mittelfristige Risikofaktoren, die der Markt einpreist, aber schwer quantifizieren kann. Wer auf ein klares Upside-Szenario setzt, braucht am 22. Juli mehr als ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen.
