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Marktbericht
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3-Milliarden-Wandelanleihe und 35-Millionen-Aktien-Programm belasten CoreWeave

Auftragsbestand von 104 Mrd. Dollar, Preiserhöhungen von insgesamt 35 % — und trotzdem braucht CoreWeave schon wieder frisches Kapital. Was das über die Wirtschaftlichkeit des KI-Infrastruktur-Modells aussagt.

Wer 4,2 GW vertraglich gesicherter Stromkapazität und einen Auftragsbestand von 104,2 Mrd. Dollar vorweisen kann, sollte eigentlich keine Finanzierungsprobleme haben. CoreWeave hat sie trotzdem — oder zumindest einen Kapitalbedarf, der den Markt heute sichtlich nervös macht.

Das Unternehmen kündigte eine Wandelanleihe über 3 Mrd. US-Dollar an, kombiniert mit einem At-the-Market-Programm für bis zu 35 Millionen neue Aktien. Auf Basis des vorherigen Schlusskurses entspricht das rund 2,9 Mrd. Dollar zusätzlichem Verwässerungspotenzial. Die Reaktion war erwartbar: Die Aktie verlor im Tagesverlauf rund 5 %.

Das Grundproblem ist strukturell. CoreWeave kauft GPU-Kapazitäten auf Vorrat, baut Rechenzentren, die Strom und Kapital in industriellen Mengen verschlingen, und finanziert das mit einer Mischung aus Schulden und Eigenkapital. Das funktioniert, solange die Nachfrage mithält — und dafür gibt es durchaus Belege. UBS-Analyst Karl Keirstead wertet zwei Preiserhöhungen im laufenden Jahr (zunächst 25 % im Juli, dann weitere 10 %) als Signal anhaltend starker Nachfrage. JPMorgan stufte die Aktie auf „Overweight” hoch und setzt das Kursziel auf 125 Dollar.

Auf der anderen Seite steht Rothschild & Co Redburn, die die Beobachtung mit „Sell” und einem Kursziel von 54 Dollar aufnahmen — weniger als halb so viel wie JPMorgan. Truist bleibt bei „Buy” mit 165 Dollar. Diese Bandbreite von 54 bis 165 Dollar ist kein Zeichen von Analystenkreativität, sondern von echten Unsicherheiten über Margen, Cashflows und die Frage, wann das Modell profitabel wird.

Am 9. November legt CoreWeave Quartalszahlen vor. Das erwartete EPS liegt bei –1,56 Dollar. Bis dahin dürfte die Kombination aus Verwässerungsangst und negativem EPS-Ausblick die Aktie volatil halten — unabhängig davon, wie gut die NVIDIA-Vera-Rubin-NVL72-Cluster laufen.

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