Intuit berichtet heute nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal des Fiskaljahres 2026. Das Quartal selbst dürfte ordentlich ausfallen. Die spannendere Frage ist, was das Management danach sagt.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei einem Non-GAAP-EPS von 3,58 bis 3,59 USD — das wäre ein Anstieg von rund 30 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Intuits eigene Guidance hatte eine Spanne von 3,56 bis 3,62 USD ausgegeben, der Konsens liegt also genau in der Mitte. Beim Umsatz rechnen Analysten mit 4,27 Mrd. USD, was einem Wachstum von etwa 11 bis 12 % YoY entspricht. Auch hier deckt sich die Erwartung eng mit der Unternehmens-Guidance von 4,25 bis 4,28 Mrd. USD. Für das Gesamtjahr FY26 liegt der EPS-Konsens bei rund 23,8 USD, für FY27 bei 27,3 USD.
Bewertungskontext
Auf Basis der Trailing-Twelve-Months-Zahlen kommt Intuit auf ein KGV von rund 22,6 bei einem TTM-EPS von 16,4 USD. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 101 Mrd. EUR. Wer das Forward-KGV auf Basis des FY27-Konsens von 27,3 USD berechnet, landet deutlich tiefer — was erklärt, warum 23 von 34 Analysten die Aktie mit „Strong Buy” bewerten und kein einziger zum Verkauf rät. Die Aktie hat im Vorfeld der Zahlen bereits rund 7,5 % zugelegt, was zeigt, dass der Markt ein solides Ergebnis weitgehend eingepreist hat.
Was Anleger beachten sollten
Das Quartalsergebnis selbst ist fast Nebensache. Entscheidend wird der Ausblick auf FY27 — und genau hier gibt es eine echte Spannung. Evercore ISI erwartet, dass Intuit das Wachstumsziel für das Segment Global Business Solutions (QuickBooks und verwandte SMB-Produkte) von bisher 15 bis 20 % auf 10 bis 15 % senkt. TD Cowen rechnet sogar damit, dass die Umsatz-Guidance unter 10 % Wachstum liegen könnte. Sollte das eintreffen, wäre das ein sogenannter „Reset” der mittelfristigen Ziele — und der Markt würde das bei einer Aktie mit Wachstumsprämie nicht einfach schlucken.
Auf der anderen Seite steht die AI-Story. Intuit hat QuickBooks, TurboTax und Credit Karma mit KI-Features ausgestattet und kommuniziert das als strukturellen Margentreiber. Ob das Management diese Narrative heute Abend mit konkreten Zahlen unterfüttert — Monetarisierungsraten, ARPU-Entwicklung, Net New Customers — oder bei allgemeinen Aussagen bleibt, wird den Ton des Calls bestimmen. Ein Beat bei EPS und Umsatz plus eine konservative Guidance wäre das klassische Szenario, das kurzfristig für Volatilität sorgt, obwohl die Quartalszahlen eigentlich gut sind.
