Analog Devices berichtet am 19. August 2026 vor Börsenbeginn seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Das Unternehmen hat die Latte selbst auf 3,9 Mrd. USD Umsatz (±100 Mio.) und 3,30 USD adj. EPS (±0,15) gelegt. Der Street-Konsens liegt mit 3,92–3,93 Mrd. USD und 3,33 USD EPS knapp darüber. Das klingt nach einer komfortablen Ausgangslage — ist es aber nur dann, wenn ADI auch liefert.
Analystenerwartungen
Das EPS-Ziel von 3,33 USD entspricht einem Wachstum von rund 62 % gegenüber dem Vorjahresquartal, als ADI etwa 2,05 USD je Aktie verdiente. Beim Umsatz erwartet der Konsens ein Plus von rund 36 % YoY. Für das Gesamtjahr FY2026 modellieren Analysten ein adj. EPS von etwa 12,42 USD, für FY2027 bereits 14,63 USD. Diese Zahlen setzen voraus, dass das Wachstum in Communications, Data Center und Industrial nicht abbricht — eine Annahme, die das Management mit seinem Ausblick für Q4 bestätigen oder eben nicht bestätigen wird.
Die operative Marge ist ein weiterer Fixpunkt. ADI hat für Q3 eine adj. Operating Margin von rund 49 % (±100 bp) in Aussicht gestellt, nach bereits ~49 % im Vorquartal. Die Bruttomarge lag zuletzt bei etwa 73 %. Wer hier einen weiteren Anstieg sieht, wird positiv überrascht sein; wer einen Rückgang sieht, wird ihn dem Markt erklären müssen.
Bewertungskontext
Die Aktie notiert aktuell bei rund 393 USD, der Analystenkonsens für das Kursziel liegt im Bereich 450–460 USD. Das implizite KGV auf Basis der FY2026-Schätzungen liegt bei etwa 32, auf Basis des aktuellen Kurses und der Trailing-Gewinne deutlich höher — Schätzungen sprechen von rund 58. Das ist eine hohe Bewertung für einen Halbleiterwert, auch wenn ADI im Analog- und Mixed-Signal-Segment eine strukturell starke Marktposition hält. Oppenheimer und andere Häuser sehen Upside zum Q3-Print, gestützt durch hohe Bookings und AI-getriebene Nachfrage im Rechenzentrumsbereich.
Was Anleger beachten sollten
Das stärkste Wachstum erwartet der Markt im Segment Communications und Data Center, getrieben durch AI-Infrastruktur und Power-Analog-Nachfrage — teils werden Wachstumsraten von über 70 % in diesem Bereich modelliert. Industrial und Automotive gelten als stabil, Consumer als strukturell schwach. Entscheidend ist, ob die Stärke in den wachstumsstarken Segmenten die Schwäche im Consumer-Bereich ausreichend kompensiert.
Zwei Faktoren dämpfen das Bild leicht: Insiderverkäufe im August in Millionenhöhe wurden von Medien aufgegriffen, und der Kurs hat sich vor den Zahlen in einem schwächeren Chip-Sektor-Umfeld nicht vollständig abgekoppelt. Das ist kein Alarmsignal, aber es zeigt, dass die hohe Bewertung wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt. Ein Inline-Ergebnis zur eigenen Guidance — ohne klaren Beat und ohne erhöhten Ausblick — dürfte den Kurs kaum bewegen. Ein sauberer Beat mit höherer Q4-Guidance schon.
