Am 19. Juni nach Börsenschluss legt Hornbach Holding die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 vor. Der Termin kommt kurz nach dem Abschluss des Vorjahres, das mit 6,434 Mrd. EUR Umsatz und 264,7 Mio. EUR adjusted EBIT solide, aber nicht glänzend ausgefallen ist. Die Frage ist weniger, ob Hornbach wächst — das tut der Konzern seit Jahren — sondern ob die Marge wieder Luft nach oben hat.
Analystenerwartungen
Der Konsens für das Gesamtjahr 2026/27 liegt bei 6,553 Mrd. EUR Umsatz und 272 Mio. EUR adjusted EBIT. Das wäre ein Umsatzplus von knapp 1,9 % gegenüber dem Vorjahr und ein EBIT-Anstieg von rund 2,8 %. Die Bandbreite der Einzelschätzungen ist überschaubar: Baader rechnet mit 6,597 Mrd. EUR Umsatz und 288 Mio. EUR EBIT, Quirin mit 6,551 Mrd. EUR und 275 Mio. EUR. Mehrere andere Häuser clustern bei 6,56–6,57 Mrd. EUR Umsatz und 263–270 Mio. EUR EBIT. Das Kursziel im Konsens liegt bei 95 EUR, die Spanne reicht von 84 bis 111 EUR. Das Management selbst hat für 2026/27 einen Umsatz „at or slightly above” Vorjahresniveau und ein EBIT ungefähr auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt — eine Guidance, die wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt, aber auch keine großen Versprechen macht.
Bewertungskontext
Hornbach Holding notiert aktuell deutlich unterhalb des oberen Endes der Analystenziele. Das Kursziel von 95 EUR im Konsens impliziert je nach aktuellem Kurs ein moderates Aufwärtspotenzial. Die Dividende von 2,40 EUR je Aktie für 2025/26 ist angekündigt. Die Bewertung ist für einen Baumarktbetreiber mit dünnen Margen nicht sportlich, aber auch nicht billig — der Markt preist stabile Cashflows ein, keine Wachstumsstory.
Was Anleger beachten sollten
Der zentrale Punkt ist die Margenentwicklung. Im Geschäftsjahr 2025/26 ist die adjusted EBIT-Marge von 4,3 % auf 4,1 % gefallen — ein kleiner, aber stetiger Rückgang, der sich bei anhaltend hohen Personalkosten und schwachem Bauumfeld fortsetzen könnte. S&P Global hatte bereits auf einen negativen Ausblick bei Hornbach Baumarkt hingewiesen, mit Fokus auf genau diesen Kostendruck. Gleichzeitig hat der Konzern im Vorjahr trotz schwachem Konsumumfeld 3,8 % Umsatzwachstum gezeigt — das ist keine Selbstverständlichkeit im deutschen Baumarktsektor. Wettereffekte im Frühjahr spielen für das erste Quartal traditionell eine Rolle, ebenso die Entwicklung im Renovierungs- und Heimwerkermarkt, der von Zinsniveau und Kauflaune der Hausbesitzer abhängt. Wer auf eine klare Trendwende bei der Marge hofft, braucht am 19. Juni vor allem einen überzeugenden Ausblick — die Jahreszahlen allein werden das nicht liefern.
