Ein Umsatz von 704,3 Mio. Euro und ein EBITDA, das sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hat: Die vorläufigen Zahlen von Friedrich Vorwerk für 2025 sind das, was Infrastrukturinvestoren gerade sehen wollen. Der Markt hat entsprechend reagiert, die Aktie kletterte intraday zeitweise auf rund 103 Euro.
Berenberg bestätigte die Kaufempfehlung und hob das Kursziel von 105 auf 110 Euro an. Das ist kein dramatischer Schritt, aber ein klares Signal, dass die Analysten die Margenverbesserung für strukturell und nicht für einen Einmaleffekt halten. Das Orderbuch gilt als gut gefüllt, und der anhaltende Investitionsbedarf in europäische Energieinfrastruktur — Pipelines, Wasserstoffnetze, Hochspannungsleitungen — liefert den mittelfristigen Rahmen.
Gleichzeitig gibt es MWB Research, die vor einer möglichen Überbewertung warnen. Bei einem Kurs nahe 100 Euro und dem aktuellen Wachstumstempo ist die Bewertung nicht mehr günstig. Wer heute kauft, zahlt für Wachstum, das noch geliefert werden muss — und für ein Orderbuch, das bisher keine Enttäuschungen produziert hat, aber auch noch nicht auf die Probe gestellt wurde.
Der Infrastruktursektor profitiert derzeit von einer Kombination aus politischem Willen und realem Investitionsdruck: Die Energiewende braucht Leitungen, die Gasversorgung braucht Alternativen, und beides braucht Unternehmen wie Friedrich Vorwerk. Das erklärt, warum der Markt heute wenig Interesse an den skeptischen Stimmen zeigt. Ob das in sechs Monaten noch so ist, hängt davon ab, ob die Auftragslage hält, was das Orderbuch verspricht.
