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Q-Bericht
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86 % Equities-Wachstum im Vorquartal — kann JPMorgan das am 13. Oktober auch nur annähernd wiederholen?

Der Analystenkonsens liegt bei 5,94 USD EPS, Barclays traut JPMorgan sogar 6,02 USD zu. Die eigentliche Frage ist, ob der Ausblick auf 2027 die Aktie bei einem KGV von 14 rechtfertigt.

Am Dienstag, dem 13. Oktober 2026, legt JPMorgan Chase vor US-Börsenbeginn seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Die Telefonkonferenz mit CEO Jamie Dimon beginnt um 8:30 Uhr ET. Auf dem Tisch liegt nicht nur ein Quartalsergebnis, sondern auch die erste belastbare Orientierung für 2027 — und die dürfte den Kurs stärker bewegen als ein kleiner EPS-Beat oder -Miss.

Analystenerwartungen

Der Konsens liegt bei 5,94 USD EPS, was einem Wachstum von rund 15 bis 17 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Zacks meldet, dass die Schätzung in den vergangenen 30 Tagen um 0,25 % gestiegen ist — kein großer Sprung, aber die Richtung stimmt. Barclays geht mit 6,02 USD operativem EPS über den Konsens hinaus und nennt Trading sowie Investmentbanking als Haupttreiber. UBS hingegen hat ihr Kursziel jüngst auf 395 USD gesenkt, während Barclays bei 420 USD bleibt. Diese Divergenz zeigt, dass die Bewertungsfrage offen ist.

Beim Umsatz reichen die Schätzungen je nach Datenanbieter von rund 51,2 bis 52,2 Mrd. USD — die Bandbreite erklärt sich durch unterschiedliche Definitionen von „reported” versus „operating” Revenue, was einen direkten Vergleich erschwert.

Bewertungskontext

JPMorgan wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 14 gehandelt. Das klingt moderat für eine Bank dieser Qualität, preist aber bereits eine robuste Gewinnentwicklung ein. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen 7,70 USD verwässertes EPS und rund 58 Mrd. USD Umsatz — eine Messlatte, gegen die Q3 rechnerisch schwächer aussehen wird. Das ist keine Überraschung, sondern Basiseffekt. Entscheidend ist der Vergleich mit dem Analystenkonsens, nicht mit dem Ausnahme-Quartal davor. Die Jahresprognose des Marktes liegt bei etwa 24 bis 24,3 USD EPS für das Gesamtjahr 2026.

Was Anleger beachten sollten

Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens: der Aktienhandel. Im zweiten Quartal stiegen die Equities-Erlöse um 86 %. Ob JPMorgan auch nur einen Teil dieses Niveaus halten kann, ist die zentrale operative Frage. JPMorgan hatte selbst ein Wachstum im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich für Markets und Investmentbanking in Aussicht gestellt — das ist die Messlatte, an der das Management gemessen wird.

Zweitens: die Nettozinserträge. JPMorgan erwartet für 2026 rund 96,5 Mrd. USD NII ohne Markets beziehungsweise etwa 105,5 Mrd. USD inklusive Markets. Analysten werden genau prüfen, ob die Nettozinsmarge stabil bleibt und wie das Kreditwachstum läuft. Barclays rechnet damit, dass JPMorgan beim Earnings Call eine erste NII-Orientierung für 2027 von rund 103 Mrd. USD ohne Markets nennen wird — ein Wert, der über oder unter dieser Marke die Reaktion des Marktes bestimmen dürfte.

Drittens: Kreditqualität. Die erwartete Karten-Nettoausfallquote liegt bei etwa 3,2 %. Das ist kein Alarmsignal, aber ein Indikator, den Anleger im Kontext steigender Verbraucherbelastungen im Blick behalten sollten. Die bereinigten Gesamtaufwendungen werden bei rund 107,5 Mrd. USD für das Gesamtjahr erwartet — Kostendisziplin bleibt also ein Thema, auch wenn JPMorgan hier historisch solide liefert.

Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
— Team Sesselmann

JPMorgan liefert solide Zahlen — der Konsens liegt bei 5,94 USD EPS, Barclays sieht sogar 6,02 USD. Ein KGV von 14 klingt moderat für diese Qualität. Doch nach 86 % Equities-Wachstum im Vorquartal wird jede normale Zahl wie ein Rückschritt wirken. Der entscheidende Moment wird der 2027-Ausblick auf die Nettozinserträge sein: Fällt er unter 103 Mrd. USD, dürfte selbst ein solider Q3-Beat nicht reichen.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

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