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Q-Bericht
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900 % EPS-Wachstum erwartet — reicht Micron das noch, um den Markt zu überraschen?

Der Analystenkonsens liegt bei 31,35 US-Dollar bereinigtem EPS und rund 51 Mrd. US-Dollar Umsatz — Wachstumsraten, die kaum noch zu toppen sind. Die eigentliche Frage ist, was Micron für 2027 in Aussicht stellt.

Micron Technology veröffentlicht die Zahlen zum vierten Fiskalquartal 2026 am 30. September nach US-Börsenschluss. Auf dem Papier sehen die Erwartungen spektakulär aus: Der Analystenkonsens liegt bei rund 31,35 bis 31,60 US-Dollar bereinigtem EPS und einem Umsatz zwischen 50,7 und 51,3 Mrd. US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal wäre das ein Umsatzanstieg von etwa 350 % und ein EPS-Wachstum von mehr als 900 %. Microns eigene Guidance lag bei rund 50 Mrd. US-Dollar Umsatz und 31 US-Dollar EPS, jeweils plus/minus 1 Mrd. bzw. 1 US-Dollar.

Analystenerwartungen

Der Konsens wurde in den Tagen vor der Veröffentlichung noch einmal nach oben angepasst. Zacks meldete zuletzt 31,45 US-Dollar, Citi rechnet mit 31,60 US-Dollar EPS bei 51,3 Mrd. US-Dollar Umsatz. Goldman Sachs liegt mit 32,54 US-Dollar EPS, 51,9 Mrd. US-Dollar Umsatz und einer Bruttomarge von 87,3 % deutlich über dem allgemeinen Konsens. Micron selbst hat eine Bruttomarge von rund 86 % in Aussicht gestellt — bereits ein außergewöhnlich hoher Wert für einen Speicherchiphersteller, der noch vor zwei Jahren tiefrote Zahlen schrieb.

S&P Global erwartet für das Quartal allein 38,3 Mrd. US-Dollar DRAM-Umsatz, rund 22 % mehr als im Vorquartal. Das spiegelt die anhaltende Knappheit im Speichermarkt und die hohe Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger wider.

Bewertungskontext

Auf Basis des Konsens-EPS für das laufende Geschäftsjahr handelt Micron derzeit bei einem KGV von rund 24,45. Das ist für einen Halbleiterwert mit dieser Zyklizität nicht günstig — aber auch nicht absurd, wenn man die Margenstruktur der letzten Quartale zugrunde legt. Die Aktie hat sich im Laufe des Geschäftsjahres 2026 deutlich erholt, getrieben von der HBM-Nachfrage und steigenden DRAM-Preisen. Bei diesem Bewertungsniveau preist der Markt keine Normalisierung ein — er preist anhaltend hohe Profitabilität.

Was Anleger beachten sollten

Ein EPS-Beat allein dürfte die Aktie kaum bewegen. Der Ausblick auf Q1 FY2027 und das Gesamtjahr ist entscheidend. Micron hatte signalisiert, mittelfristig nur 50 bis 67 % der Kundennachfrage bedienen zu können — das ist einerseits ein Qualitätsproblem, andererseits ein Preissignal. Wer auf der Konferenz konkrete Aussagen zu HBM-Kapazitäten, Lieferverträgen und DRAM-Preistrends hört, weiß mehr als jeder Konsens.

Das Risiko liegt auf der Hand: Einzelne Marktberichte deuten auf eine mögliche Abkühlung der DRAM-Preise hin. Wenn Micron vorsichtigere Margenannahmen für die kommenden Quartale kommuniziert oder der Ausblick hinter den impliziten Erwartungen zurückbleibt, könnte die Aktie trotz eines starken Q4-Beats unter Druck geraten. Die Messlatte liegt hoch — und sie wurde in den letzten Wochen noch einmal angehoben.

Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
— Team Sesselmann

Die Messlatte für Micron liegt extrem hoch — und sie wurde zuletzt noch weiter angehoben. Der Konsens erwartet über 900 % EPS-Wachstum zum Vorjahr. Die Bruttomarge soll rund 86 % erreichen; Goldman Sachs rechnet sogar mit 87,3 %. Bei einem KGV von 24,45 preist die Aktie anhaltend hohe Profitabilität ein — ein vorsichtiger Ausblick auf FY2027 wäre damit schon eine schlechte Nachricht.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

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