Großaktionär A. Suffield hat in den vergangenen Tagen 107.500 Class-A-Aktien für rund 13,1 Mio. USD verkauft — und gleichzeitig die gleiche Anzahl Class-B-Aktien in Class-A umgewandelt. Normalerweise dämpft ein Insider-Verkauf dieser Größenordnung die Stimmung. Hier nicht: Der Markt interpretiert die Transaktion als geordnete Kapitalmarktpflege, nicht als Vertrauensverlust, und reagiert mit Käufen.
Hinzu kommt die Berufung von Bernd Leukert in das EMEA Advisory Board. Leukert bringt über 30 Jahre Tech-Erfahrung mit, und die Erweiterung des Boards signalisiert, dass Workday das Europa-Geschäft strukturell ausbauen will — ein Markt, der für Cloud-HR-Software noch erhebliches Wachstumspotenzial hat.
Der eigentliche Treiber ist aber älter. Im letzten Quartal lieferte Workday einen EPS von 2,66 USD gegen 2,51 USD Konsens, Umsatz von 2,54 Mrd. USD bei 13,5 Prozent Wachstum YoY, eine Non-GAAP Operating Margin von 31,8 Prozent und einen Operating Cashflow, der um 52 Prozent zulegte. Das sind keine knappen Beats — das ist operative Stärke, die der Kurs nach einer längeren Korrekturphase noch nicht vollständig abgebildet hatte.
Technisch beobachten Momentum-Trader den Bereich um 136,45 USD als möglichen Ausbruchspunkt. Ob der hält, ist offen.
Das Analysten-Bild ist konstruktiv: 18 von 35 bewertenden Analysten empfehlen Kauf, das Konsens-Kursziel liegt bei rund 185 USD — also rund 36 Prozent über dem aktuellen Niveau. Das ist ein ungewöhnlich hoher impliziter Upside für ein Unternehmen, das keine strukturellen Probleme zeigt. Entweder haben die Analysten recht, oder der Markt sieht Risiken, die im Konsens nicht stecken. In rund 27 Tagen folgen neue Quartalszahlen — dann wird sich zeigen, ob die Wachstumsraten halten.
