Zwölf Tage vor dem nächsten Earnings Call liegt der Analysten-Konsens für Salesforce bei 3,12 USD je Aktie. Im Vorquartal hatte das Unternehmen 2,91 USD geliefert, während der Markt 2,78 USD erwartet hatte — ein Beat von knapp fünf Prozent. Wer das als Muster liest, kauft jetzt.
Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel der Analysten liegt bei 267,32 USD, einzelne Häuser nennen Ziele bis 440 USD. Beim aktuellen Kurs von rund 170 USD klingt das nach viel Luft nach oben — aber die Jahresperformance von minus 11,78 Prozent zeigt, dass der Markt diese Ziele bislang nicht ernst genommen hat. Die Wochenbilanz von minus 8,86 Prozent macht den heutigen Anstieg von knapp vier Prozent eher zur Gegenbewegung als zur Trendwende.
Unternehmensspecifische Nachrichten, die den heutigen Anstieg erklären würden, sind nicht bekannt. Der Kursanstieg ist damit primär technischer und positionierungsbedingter Natur: Investoren, die auf einen weiteren EPS-Beat setzen, bauen Positionen auf, bevor das Unternehmen am 27. Mai Zahlen vorlegt.
Das ist eine nachvollziehbare Strategie — aber auch eine, die das Abwärtsrisiko ausblendet. Salesforce hat in den letzten zwölf Monaten trotz starker Analystenbewertungen verloren. Wer heute kauft, wettet darauf, dass der Earnings-Termin den Unterschied macht, den die Kursziele bislang nicht machen konnten.
