Vor den Q2-Zahlen, die in Kürze erwartet werden, ist das Bild bei BlackRock eigentümlich gespalten: Die Analystengemeinde ist weitgehend bullish, das Konsens-Kursziel liegt bei rund 1.259 USD, und die Mehrheit der Coverage-Analysten hält Kaufempfehlungen aufrecht. Der aktuelle Kurs von etwa 1.133 USD lässt damit eine Lücke von knapp 11 Prozent zum Ziel — was entweder eine Kaufgelegenheit ist oder zeigt, dass der Markt die Erwartungen schlicht noch nicht einpreist.
Die Grundlage für den Optimismus ist nicht abstrakt. BlackRock hat in den vergangenen Quartalen mit Rekordzuflüssen in ETF-Produkte und einem verwalteten Vermögen auf Allzeithoch überzeugt. Das Unternehmen profitiert strukturell von der anhaltenden Verlagerung institutioneller Gelder in passive Vehikel — ein Trend, der sich auch bei steigenden Zinsen als robust erwiesen hat. Hinzu kommt die Übernahme von Global Infrastructure Partners, die das Alternatives-Geschäft erheblich verbreitert.
Auf Wochensicht liegt die Aktie rund 3,7 Prozent im Minus, auf Monatssicht etwa 1,5 Prozent schwächer. Im Jahresvergleich steht dennoch ein Plus von über 15 Prozent. Die technische Einschätzung für den Tagesbereich ist neutral, auf Monatssicht zeigt das Signal Kauf — was darauf hindeutet, dass der aktuelle Rücksetzer eher als Konsolidierung denn als Trendwende gelesen wird.
Ob die Q2-Zahlen die Erwartungen eines Gewinnwachstums von 23 bis 24 Prozent gegenüber Vorjahr bestätigen, wird die entscheidende Frage sein. BlackRock hat in den letzten Quartalen die Konsensschätzungen regelmäßig übertroffen — der Markt dürfte das diesmal einkalkuliert haben, was die Messlatte für eine positive Überraschung entsprechend höher setzt.
