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Marktbericht
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Berenberg sieht 358 Euro und die Deutsche Bank 300 Euro — doch der Markt quittiert den ESA-Mondauftrag mit einem Kursrückgang

Zwei Analysehäuser mit Kurszielen weit über dem aktuellen Niveau, ein ESA-Mondstützpunkt-Auftrag und eine Saab-Kooperation im Raumfahrt-Verteidigungsbereich: Warum der Kurs trotzdem nachgibt, ist die eigentliche Frage vor den Quartalszahlen am 12. November.

Berenberg sieht 358 Euro und die Deutsche Bank 300 Euro — doch der Markt quittiert den ESA-Mondauftrag mit einem Kursrückgang
Foto: T Leish

Berenberg hält an einem Kursziel von 358 Euro fest, die Deutsche Bank setzt 300 Euro an — und der Kurs notiert am 21. Oktober 2026 bei rund 190,80 Euro, rund 2,95 % im Minus. Das ist eine Lücke, die man nicht wegdiskutieren kann.

Die operative Nachrichtenlage der vergangenen Wochen war dabei alles andere als dünn. OHB soll eine Studie für einen europäischen wissenschaftlichen Mondstützpunkt im Auftrag der ESA leiten, eine Meldung, die zuvor als Treiber einer Kursrally aufgegriffen wurde. Dazu kommt eine Absichtserklärung zwischen OHB Sweden und Saab zur Zusammenarbeit bei weltraumgestützten Verteidigungsfähigkeiten — ein Bereich, der angesichts steigender europäischer Rüstungsbudgets strukturell interessant bleibt.

Berenberg und die Deutsche Bank sehen die jüngste Kursschwäche explizit als Einstiegschance und verweisen auf erwartete höhere Raumfahrt- und Verteidigungsausgaben in Deutschland und Europa. Das ist eine klare Positionierung — aber Analystenoptimismus und Kursentwicklung laufen hier sichtbar auseinander.

Am 12. November 2026 legt OHB Quartalszahlen vor. Das sind noch 22 Tage. Ein Pre-Earnings-Positioning in die eine oder andere Richtung ist denkbar, aber die aktuelle Bewegung lässt sich damit allein nicht erklären. Wer auf die Analystenziele vertraut, kauft bei 190 Euro mit einem impliziten Aufwärtspotenzial von fast 90 Prozent gegenüber dem Berenberg-Ziel. Wer dem Markt vertraut, fragt sich, warum der Kurs nach zwei positiven Meldungen in Folge trotzdem nachgibt.

Beide Fragen sind berechtigt. Eine Antwort liefert erst der 12. November.

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