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Marktbericht
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Bernstein nennt Toshibas HDD-Expansion „storm in a teacup”: Western Digital holt Freitagsverluste teilweise zurück

Drei Großbanken widersprechen dem Markt: Toshibas 380-Millionen-Dollar-Investition in HDD-Kapazität reicht nicht, um das strukturelle Angebotsdefizit zu kippen — und Western Digital hält den HAMR-Technologievorsprung.

Bernstein, Citi und Morgan Stanley haben sich am Montag ungewöhnlich einig gezeigt: Der Ausverkauf vom Freitag war übertrieben. Bernstein bezeichnete die Marktreaktion auf Toshibas Kapazitätsankündigung als „storm in a teacup” und bekräftigte das Outperform-Rating für Western Digital. Citi empfahl, WDC und Seagate nach dem Rückgang zu kaufen, mit dem Argument, die Branche liefere weiterhin deutlich weniger Laufwerke aus, als bei uneingeschränkter Nachfrage benötigt würden. Morgan Stanley stufte die ursprüngliche Reaktion als „knee-jerk reaction” ein und erwartet, dass das Verhältnis von HDD-Angebot zu Nachfrage bis 2028 enger bleibt, als Toshibas Zusatzkapazität ausgleichen kann.

Der Auslöser des Freitagseinbruchs von rund 10,2 % war Toshibas Ankündigung, rund 380 Mio. US-Dollar zu investieren und die HDD-Produktionskapazität bis zum Geschäftsjahr 2027 nahezu zu verdoppeln. Der Markt interpretierte das zunächst als Bedrohung für die Preissetzungsmacht der etablierten Anbieter. Was dabei übersehen wurde: Toshiba verfügt nicht über HAMR-Technologie, die Western Digital und Seagate bei hochdichten Enterprise-Laufwerken einen strukturellen Vorsprung verschafft.

WDC legte am Montag zeitweise rund 7 % auf etwa 442,44 US-Dollar zu — eine technische Gegenbewegung, keine neue Unternehmensmeldung. Zusätzlich profitierte die Aktie von einer breiteren Erholung bei KI-, Speicher- und Halbleiterwerten, getragen von positiver Stimmung rund um KI-Rechenzentren und steigenden HDD-Preisen.

Einen Dämpfer liefert Goldman Sachs: Die Bank bleibt bei Neutral und sieht taktische Abwärtsrisiken für WDC, mit der Einschätzung, dass Seagate kurzfristig besser abschneiden könnte. Das ist ein Widerspruch, den der Markt bis zum Earnings Call am 29. Oktober nicht vollständig auflösen wird. Der EPS-Konsens liegt bei 3,97 US-Dollar — ob die KI-Speichernachfrage das bestätigt, ist die eigentliche Frage hinter dem heutigen Kursanstieg.

Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
— Team Sesselmann

Drei Großbanken gegen den Markt — das ist selten, und für uns überzeugend. Toshiba investiert 380 Mio. US-Dollar, verfügt aber nicht über HAMR-Technologie, die WDC und Seagate bei dichten Enterprise-Laufwerken strukturell absichert. Der 10,2-%-Einbruch vom Freitag war damit klar überschossen. Goldman Sachs bleibt dennoch bei Neutral und sieht Seagate kurzfristig vorn — ein Vorbehalt, der erst der Earnings-Meldung am 29. Oktober weichen dürfte.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

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