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Marktbericht
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CEO Strazik signalisiert 200-Mrd.-Backlog früher als erwartet, doch GLJ Research setzt ein 470-Dollar-Kursziel dagegen

Ein Auftragsbestand von 176 Mrd. US-Dollar, Electrification-Aufträge plus 76 % im ersten Halbjahr und ein Management, das seine eigene Prognose als zu konservativ bezeichnet — der Markt glaubt Scott Strazik.

Auf der Morgan-Stanley-Konferenz ließ GE-Vernova-Chef Scott Strazik eine bemerkenswert selbstbewusste Aussage fallen: Der aktuelle Backlog von rund 176 Mrd. US-Dollar könnte die 200-Mrd.-Marke „sehr früh” in 2027 erreichen. Gleichzeitig bezeichnete er die eigene Prognose von 20 GW Power-Aufträgen im zweiten Halbjahr als möglicherweise zu konservativ. Das ist keine Guidance-Erhöhung im formalen Sinne, aber der Markt hat es so behandelt.

Die operativen Zahlen, die Strazik dabei im Rücken hat, sind nicht trivial. Electrification-Aufträge stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 76 %, der Backlog im zweiten Quartal um 64 %. Im Windgeschäft, das lange als Problemkind galt, spricht das Management von einem bevorstehenden „profitability pivot point” — einem Moment, ab dem das Segment aufhört, die Konzernmarge zu drücken.

Die Analysten-Community bleibt überwiegend auf Linie. Baird hält an „Outperform” mit 1.400 US-Dollar fest, Jefferies an „Buy” mit 1.185 US-Dollar, Bernstein an „Outperform” mit 1.298 US-Dollar. Evercore ISI hat seine Schätzungen nach oben angepasst. Mizuho bleibt der Ausreißer nach unten: „Neutral”, Kursziel 949 US-Dollar, mit der Erwartung, dass der Umsatz 2026 am oberen Ende der Unternehmensprognose von 45,5 bis 46,5 Mrd. US-Dollar landen wird.

Den härtesten Kontrapunkt setzt GLJ Research mit einem „Sell”-Rating und einem Kursziel von 470 US-Dollar — weniger als halb so viel wie der aktuelle Kurs. Das Argument: Zyklusrisiken, die der Markt gerade systematisch ignoriert.

Der Earnings-Termin am 28. Oktober 2026 rückt näher, und die EPS-Schätzung von 4,08 US-Dollar fungiert als kurzfristiger Erwartungsanker. Was heute passiert, ist kein Quartalsbericht-Effekt, sondern ein klassisches Pre-Earnings-Positioning auf Basis von CEO-Signalen — mit dem Risiko, dass jede Enttäuschung am 28. Oktober entsprechend hart bestraft wird.

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