Tobias Wann bleibt bis Ende 2029 CEO von Tonies. Das ist die Nachricht, die den Kurs in den letzten Handelstagen angeschoben hat und heute nachwirkt. Der Aufsichtsrat hätte einen schlechteren Zeitpunkt wählen können: Unter Wanns Führung stieg der Umsatz von 361 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2023 auf 630 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025, die bereinigte EBITDA-Marge kletterte von 4,0 auf 8,6 Prozent. Das sind keine Zufallszahlen.
Was den Markt zusätzlich beschäftigt, ist der Ausblick. Tonies peilt für das laufende Jahr ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von über 20 Prozent auf mehr als 760 Mio. EUR an, Nordamerika soll dabei um mehr als 30 Prozent wachsen. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen 9 und 11 Prozent liegen. Das ist ambitioniert — und genau das ist der Punkt. Der Markt kauft die Glaubwürdigkeit dieser Ziele, nicht nur die Vertragsverlängerung.
Analysten sehen das Kursziel im Schnitt bei rund 13,80 EUR, die Spanne reicht von 13,00 bis 14,00 EUR. Gemessen am aktuellen Kurs ist das ein Aufwärtspotenzial von etwa 15 Prozent. Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochenhoch, auf Sieben-Tage-Sicht liegt das Plus bei rund 10 bis 11 Prozent.
Tonies ist kein klassischer Spielwarenwert. Das Geschäftsmodell mit physischen Audio-Figuren und digitalem Content-Ökosystem hat eine eigene Logik: Einmal im Haushalt etabliert, entstehen wiederkehrende Käufe über Tonie-Figuren. Die Skalierbarkeit in Nordamerika ist der eigentliche Test — dort ist die Marke noch jung, der Markt groß, und die Wachstumsziele entsprechend hoch gesteckt. Ob 30 Prozent Plus in der Region realistisch sind, wird sich spätestens beim nächsten Earnings Call zeigen.
