Zwei große öffentliche Pensionsfonds haben in den vergangenen Wochen signifikante WDC-Positionen aufgebaut: Das Virginia Retirement System meldete eine neue Beteiligung im Wert von rund 426 Mio. USD, das California State Teachers’ Retirement System kaufte 337.864 Aktien hinzu. Solche Meldungen sind kein Tages-Katalysator im klassischen Sinne, aber sie signalisieren institutionelles Vertrauen in die mittelfristige Story und erhöhen die Kaufbereitschaft kleinerer Marktteilnehmer.
Heute präsentiert das WDC-Management auf der Citi Global TMT Conference. Vor solchen Auftritten wird häufig auf konstruktive Signale spekuliert — ob das Management die Guidance bekräftigt oder neue Datacenter-Verträge andeutet. Der Markt preist diese Möglichkeit ein, nicht die Gewissheit.
Fundamental hat Western Digital zuletzt geliefert: Im letzten gemeldeten Quartal übertraf das Unternehmen den Umsatzkonsens mit rund 3,75 Mrd. USD (erwartet: 3,69 Mrd. USD) und das EPS mit 3,56 USD gegenüber 3,29 USD erwartet. Die Aktie gab damals wegen des Ausblicks nach — was erklärt, warum die Erholung seither schrittweise verläuft statt in einem Sprung.
Für den nächsten Earnings-Termin am 29. Oktober liegt der EPS-Konsens bei 3,97 USD. Das ist ambitioniert, aber nicht unrealistisch, wenn die AI-Infrastruktur-Nachfrage nach HDD-Kapazität für Rechenzentren weiter anzieht. Baird hat das Kursziel angehoben und verweist auf technologische Fortschritte bei Laufwerken; UBS dagegen senkte das Ziel mit Verweis auf Bewertungsrisiken. Ein drittes Haus stufte wegen der HAMR-Technologie-Transition auf „Hold” herab.
Ein Detail verdient Aufmerksamkeit: Direktorin Stephanie Streeter verkaufte kürzlich Aktien im Wert von 2,5 Mio. USD. Insider-Verkäufe haben viele mögliche Gründe, aber in Kombination mit einem gemischten Analysten-Bild ist das kein Signal, das man einfach ignoriert — auch wenn der Markt es heute tut.
