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Q-Bericht
2 min

Cloud-Infrastruktur +84%, aber hält die Marge bei 50 Mrd. Capex?

RPO von 553 Mrd. USD und Cloud-Wachstum von 84% setzen die Messlatte hoch — die Frage ist, ob Oracle das bei steigenden Investitionsausgaben noch in stabile Margen übersetzen kann.

Cloud-Infrastruktur +84%, aber hält die Marge bei 50 Mrd. Capex?
Foto: Pixabay

Was am 16. Juni auf dem Spiel steht

Oracle berichtet am 16. Juni nach US-Börsenschluss seine Zahlen für Q4 FY2026. Der Termin kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Erwartungen hoch sind — vielleicht zu hoch. Der Analystenkonsens liegt bei 1,95 USD EPS, Oracles eigene Guidance für das Quartal hatte eine Spanne von 1,96 bis 2,00 USD kommuniziert. Das ist kein breiter Spielraum für positive Überraschungen, und der Markt weiß das.

Analystenerwartungen: EPS, Umsatz, Cloud

Die Konsenszahl von 1,95 USD Non-GAAP-EPS liegt knapp unterhalb der unternehmensseitigen Guidance-Mitte. Für den Gesamtumsatz hatte Oracle für FY2026 rund 67 Mrd. USD in Aussicht gestellt; das impliziert für Q4 ein Quartalswachstum in der Größenordnung von 20% oder mehr gegenüber dem Vorjahr. Im Q3 FY2026 hatte Oracle 22% Umsatzwachstum gemeldet, Cloud Revenue kam auf 8,9 Mrd. USD (+44% YoY), davon allein Cloud Infrastructure auf 4,9 Mrd. USD (+84% YoY). Diese Zahlen sind die Benchmark, an der Q4 gemessen wird.

Besonders im Fokus steht das Remaining Performance Obligation, kurz RPO. Im Q3 lag es bei 553 Mrd. USD — ein Wert, der die mehrjährige Umsatzpipeline abbildet und zuletzt stark gestiegen war. Fällt das RPO-Wachstum in Q4 schwächer aus, dürfte das die Aktie belasten, unabhängig davon, wie das EPS ausfällt.

Bewertungskontext

Oracle wird aktuell mit einem Forward-KGV gehandelt, das für einen reifen Software-Konzern ambitioniert ist — die Bewertung setzt voraus, dass das Cloud-Wachstum nicht nur anhält, sondern sich beschleunigt. Die Marktkapitalisierung liegt im Bereich von 500 Mrd. USD. Für FY2026 hat Oracle Kapitalausgaben von rund 50 Mrd. USD angekündigt, ein Niveau, das die Free-Cash-Flow-Generierung spürbar belastet. Wer Oracle kauft, kauft die These, dass diese Investitionen in zwei bis drei Jahren in Margen zurückkommen.

Was Anleger beachten sollten

Vier Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens: Hält das RPO-Wachstum an, oder zeigt die Pipeline erste Sättigungszeichen? Zweitens: Wie entwickeln sich die Operating Margins trotz der hohen Capex-Last — ein Rückgang wäre kein Ausreißer, sondern strukturell erklärbar, aber der Markt ist darauf nicht vorbereitet. Drittens: Gibt das Management eine FY2027-Guidance, die über den aktuellen Konsensschätzungen liegt? Ohne das dürfte die Reaktion verhalten ausfallen. Viertens: Das Insider-Sentiment der letzten 90 Tage zeigt null Käufe bei vier Verkäufen — kein Alarmsignal für sich genommen, aber auch kein Vertrauensbeweis der Führungsebene in die aktuelle Bewertung.

Das Wachstum ist real, die Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur ist real. Die Frage ist, ob Oracle das bei 50 Mrd. USD Jahres-Capex in einem Tempo monetarisiert, das die aktuelle Bewertung rechtfertigt.

Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
Team Sesselmann

Oracles Cloud-Infrastruktur wächst mit 84% beeindruckend, doch für uns ist die Bewertung bei einem KGV von 38 und angekündigten 50 Mrd. USD Capex für FY2026 ambitioniert — hier kauft der Markt eine Monetarisierungsthese, keine gesicherte Marge. Das RPO von 553 Mrd. USD signalisiert eine starke Pipeline, wird aber zum Lackmustest, wenn Q4 schwächeres Wachstum zeigt. Der Knackpunkt ist die FY2027-Guidance: Ohne klare Beschleunigung bleibt die Bewertung schwer zu verteidigen.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

Quellen & Fußnoten
  1. Oracle Q3 FY2026 Quartalsergebnisse (Investor Relations)
  2. Oracle Q2 FY2026 Quartalsergebnisse (Investor Relations)
  3. Oracle Earnings — MarketBeat

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