Baird hat die Hochstufung auf Outperform mit einem Kursziel von 800 USD nicht aus dem Nichts gezogen. Deere meldete für das Fiskal-Q3 einen Gewinn von 5,10 USD je Aktie bei einem Umsatz von 12,61 Mrd. USD — beides über den Konsensschätzungen — und hob anschließend die Untergrenze der Jahresprognose an. Das reichte, um den Kurs zeitweise um rund 7 bis 8 % nach oben zu treiben und Deere zum besten Wert im S&P 500 zu machen.
Der eigentliche Treiber ist das Segment Construction & Forestry, das laut Berichten um 18 % zulegte. Mehrere Analysten verknüpfen das Wachstum mit der laufenden Infrastruktur- und Datenzentrumskonjunktur — KI-Investitionen als indirekter Auftraggeber für Baggerhersteller, sozusagen. Oppenheimer, Bank of America und Citi schlossen sich mit Kurszielanhebungen an.
Das Landmaschinensegment ist eine andere Geschichte. Höhere Mais- und Sojabohnen-Futures verbessern zwar die Kalkulation der Landwirte, aber Analysten wie Bernstein warnen, dass das Momentum der Agrar-Erholung begrenzt bleiben dürfte. Die Nachfrage nach Traktoren und Mähdreschern erholt sich, aber langsamer als das Bausegment suggeriert. Wer Deere heute kauft, wettet also auf zwei Thesen gleichzeitig: den anhaltenden Bau-Boom und eine spätere Normalisierung im Agrargeschäft.
Dass Baird das Kursziel von 640 auf 800 USD anhebt und gleichzeitig von Neutral auf Outperform hochstuft, ist kein kleines Signal. Aber 800 USD implizieren ein ambitioniertes Bewertungsniveau — und das Agrar-Segment muss liefern, damit die These aufgeht.
