Salesforce berichtet am 26. August nach Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Die Erwartungen sind hoch, der Kurs ist es auch. Wer auf eine ruhige Zahlenveröffentlichung hofft, dürfte enttäuscht werden — in die eine oder andere Richtung.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei 3,27–3,28 USD non-GAAP EPS und einem Umsatz von 11,30–11,33 Mrd. USD. Das entspricht einem Umsatzwachstum von rund 10,5 bis 11 % gegenüber dem Vorjahresquartal und einem EPS-Anstieg von etwa 12 bis 13 %. Salesforce selbst hat eine Guidance von 11,27–11,35 Mrd. USD Umsatz und 3,25–3,27 USD EPS ausgegeben — der Markt preist also das obere Ende ein, mit einem Cent Aufschlag beim EPS. Oppenheimer liegt mit 3,26 USD EPS und 11,31 Mrd. USD Umsatz minimal unter Konsens, sieht den Ausblick aber positiv. Für das Gesamtjahr GJ 2027 hat Salesforce eine EPS-Guidance von 14,06–14,12 USD kommuniziert; ob diese Spanne bestätigt oder angehoben wird, dürfte kursentscheidend sein.
Bewertungskontext
Das KGV liegt aktuell bei rund 24 — für einen Software-Konzern mit AI-Narrativ eher moderat. Die Marktkapitalisierung bewegt sich im Bereich von knapp 200 Mrd. USD. Bemerkenswert: Die Aktie hat vor den Zahlen bereits rund 31 % zugelegt und notierte zuletzt um die 206 USD, nachdem sie am 19. August allein um 5,1 % gestiegen war. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei rund 250 USD, bei einer Spanne von 160 bis 475 USD. Der Konsens ist klar auf „Moderate Buy” — aber die Erwartungen wurden zuletzt kaum nach oben revidiert, was das Risiko bei einem schwachen Ausblick erhöht.
Was Anleger beachten sollten
Zwei Zahlen werden die Kursreaktion bestimmen: das cRPO-Wachstum in konstanter Währung als Frühindikator für die Nachfragedynamik, und die Q3-Umsatzguidance. Ein reines „inline”-Quartal bei konservativem Ausblick reicht nach dem Kursanstieg der vergangenen Wochen wahrscheinlich nicht für weiteres Aufwärtspotenzial.
Daneben schauen Analysten auf das Wachstum in der Data Cloud und den AI-Produkten. Die zentrale Frage ist, ob Salesforce das AI-Narrativ in konkrete Umsatzzahlen übersetzen kann oder ob es vorerst eine Story bleibt. Guggenheim und Cantor Fitzgerald betonen das Potenzial in AI-Workflows, aber die Skepsis ist berechtigt: Frühere Quartale zeigten teils deutliche EPS-Beats — etwa 3,88 USD gegen einen Konsens von 3,13 USD — was die Messlatte für Profitabilität seither hochgelegt hat. Die operative Marge soll hoch bleiben, ohne das Wachstum zu bremsen. Ob das gelingt, ist die eigentliche Spannung hinter den Zahlen.
