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Q-Bericht
2 min

Darzalex gegen Stelara: Schafft JNJ den Umsatz von 25,4 Mrd. USD trotz Biosimilar-Erosion?

EPS-Konsens zwischen 2,49 und 2,90 USD — die Spanne allein zeigt, wie uneinig der Markt über JNJs Quartalsergebnis ist. Entscheidend wird nicht die Zahl selbst, sondern ob Darzalex und Tremfya den Stelara-Rückgang wirklich auffangen.

Johnson & Johnson berichtet am 13. Oktober 2026 vor Handelsbeginn seine Zahlen für das dritte Quartal. Der Konzern ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 390 Mrd. USD einer der schwersten Healthcare-Titel weltweit — entsprechend aufmerksam schaut der Markt auf jeden Hinweis zur Jahresprognose.

Analystenerwartungen: breite Spanne, enger Fokus

Der Umsatzkonsens liegt bei rund 25,37 bis 25,49 Mrd. USD, was einem Wachstum von etwa 5,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche. Beim EPS ist die Lage komplizierter: Guggenheim rechnet mit 2,49 USD, BofA mit 2,53 USD, Zacks mit 2,66 USD — und auf Basis bereinigter Modelle kursieren Schätzungen von bis zu 2,90 USD. Diese Spanne ist kein Datenproblem, sondern ein Definitionsproblem: Reported EPS und bereinigtes EPS werden je nach Datenanbieter unterschiedlich behandelt. Ein Ergebnis von 2,53 USD wäre gegenüber dem bereinigten Konsens eine klare Verfehlung, gegenüber dem reported Konsens aber möglicherweise in Ordnung.

Bewertungskontext

Die Aktie notierte zuletzt vorbörslich bei rund 256 USD und lag damit in den vier Tagen vor dem Earnings-Termin fast 6 % im Minus. Das Forward-KGV auf Basis des Jahreskonsenses von 11,60 bis 11,75 USD EPS liegt damit bei etwa 22 — für einen defensiven Pharmakonzern mit Biosimilar-Belastung keine günstige, aber auch keine übertriebene Bewertung. Guggenheim sieht das Kursziel bei 287 USD, RBC bei 290 USD, BofA bei 278 USD. Alle drei Häuser sind konstruktiv, aber keines ist euphorisch.

Was Anleger beachten sollten

Der eigentliche Stresstest dieses Quartals ist Stelara. Das Immunologiepräparat verliert seinen Exklusivitätsschutz, und Zacks schätzt den Q3-Umsatz auf nur noch rund 634 Mio. USD — ein drastischer Rückgang gegenüber früheren Quartalen. Die Frage ist, ob Darzalex (Konsens: 4,33 Mrd. USD), Tremfya (rund 2,24 Mrd. USD) und neuere Onkologieprodukte wie Carvykti, Tecvayli und Talvey diese Lücke schließen können. Positive Zweijahresdaten aus der ICONIC-LEAD-Studie zu Icotyde haben zuletzt für etwas Aufmerksamkeit gesorgt, sind aber noch kein Umsatztreiber. Erleada wird mit rund 1,07 Mrd. USD erwartet und liefert solide, aber keine Überraschungen. Entscheidend ist am Ende die Jahresprognose: Bestätigt JNJ den Korridor von 11,60 bis 11,75 USD EPS, dürfte der Markt das als Signal werten, dass das Wachstum im Pharmageschäft die Stelara-Erosion strukturell auffängt. Verfehlt das Management diesen Korridor oder senkt ihn, wird die Aktie die vorbörsliche Schwäche der letzten Tage wohl weiter ausbauen. Optionsdaten deuten auf eine erwartete Kursbewegung von rund 3 % rund um die Veröffentlichung hin.

Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
— Team Sesselmann

Für uns ist Stelara das eigentliche Problem dieses Quartals. Zacks erwartet dort nur noch rund 634 Mio. USD — ein drastischer Einbruch, den Darzalex allein mit 4,33 Mrd. USD nicht wegdiskutieren kann. Tremfya (rund 2,24 Mrd. USD) und die neueren Onkologieprodukte müssen gemeinsam liefern. Entscheidend bleibt, ob JNJ den Jahreskorridor von 11,60 bis 11,75 USD EPS bestätigt — alles andere ist Lärm.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

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