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Q-Bericht
2 min

Darzalex, Patentdruck und ein KGV von 29,7: Was J&J am 13. Oktober liefern muss

EPS-Konsens bei 2,90–2,96 USD, Umsatzerwartung rund 25,3 Mrd. USD — doch die Aktie hat in vier Handelstagen fast 6 % verloren. Der Markt will mehr als einen Gewinnschlag.

Am 13. Oktober 2026 legt Johnson & Johnson seine Zahlen für das dritte Quartal vor, und zwar vor der US-Börseneröffnung. Das Timing ist nicht ohne Brisanz: Die Aktie hat in den vier Handelstagen vor dem Bericht rund 6 % nachgegeben, was die Erwartungslatte auf den ersten Blick senkt — aber auch das Risiko einer scharfen Reaktion in beide Richtungen erhöht.

Analystenerwartungen

Der Konsens beim bereinigten EPS liegt je nach Datenanbieter zwischen 2,90 und 2,96 USD. Zacks nennt 2,90 USD, Yahoo Finance 2,96 USD. Beim Vorjahreswert von 2,80 USD wäre das ein Anstieg von rund 5–7 %. Der Umsatzkonsens bewegt sich um 25,3 Mrd. USD, was einem Wachstum von etwa 5–6 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche.

Auffällig ist die Schätzung der Bank of America: Die Bank erwartet beim Umsatz mit rund 25,5 Mrd. USD nahe am Konsens zu liegen, beim EPS aber nur 2,53 USD — rund 12 % unter dem von BofA selbst beobachteten Street-Konsens. Das deutet auf Kostenbedenken hin, nicht auf Umsatzskepsis. Gleichzeitig hat BofA ihr Kursziel auf 278 USD angehoben. Widersprüchlich, aber nicht ungewöhnlich für einen Namen, bei dem Akquisitionskosten und Margenentwicklung schwer zu modellieren sind.

Bewertungskontext

J&J wird aktuell mit einem KGV von rund 29,7 gehandelt. Für einen Pharmakonzern mit einem Jahresumsatz von über 100 Mrd. USD ist das keine günstige Bewertung. Der Analystenkonsens lautet „Moderate Buy” mit einem durchschnittlichen Kursziel von etwa 275,87 USD. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten rund 11,61 USD bereinigtes EPS; das Unternehmen selbst hat zuletzt einen Mittelpunkt von 11,68 USD und einen Jahresumsatz von rund 101,1 Mrd. USD in Aussicht gestellt.

Was Anleger beachten sollten

Das Pharmageschäft ist der entscheidende Hebel. Darzalex und Carvykti in der Onkologie sowie Tremfya in der Immunologie sollen das Wachstum tragen. Wie stark diese Produkte im Quartal gewachsen sind, wird die Reaktion stärker beeinflussen als der reine EPS-Vergleich.

Zwei Belastungen sind bereits bekannt: Die Übernahme von Firefly Bio und die Partnerschaft mit Sail Biomedicines sollen zusammen rund 0,64 USD je Aktie belasten. Das trifft das GAAP-Ergebnis, weniger das bereinigte — aber Investoren werden genau hinschauen, ob die operativen Margen trotzdem stabil bleiben.

Das Stelara-Thema ist nicht neu, bleibt aber relevant. Das Biologikum verliert schrittweise seine Exklusivität, und das Management hat signalisiert, dass der größere Patentverlust 2027 das Wachstum nicht zwingend bremsen müsse. Ob der Markt das glaubt, hängt davon ab, wie überzeugend die Pipeline-Daten wirken — darunter die am 2. Oktober veröffentlichten Zweijahresergebnisse der Phase-3-Studie ICONIC-TOTAL.

Bei einem KGV von knapp 30 reicht ein solides Quartal nicht. Für eine klar positive Kursreaktion braucht J&J ein bereinigtes EPS oberhalb von etwa 2,95 USD, eine bestätigte oder angehobene Jahresprognose und konstruktive Aussagen zur Patentsituation ab 2027. Alles darunter dürfte den Markt kalt lassen — oder schlimmer.

Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
— Team Sesselmann

Bei einem KGV von knapp 30 vergibt der Markt keinen Bonus für Solidität — J&J muss liefern. Das Wachstum bei Darzalex und Carvykti trägt das Geschäft. Doch BofA schätzt das bereinigte EPS auf nur 2,53 USD — 12 % unter Konsens — weil die Margen nach den Akquisitionskosten schwer kalkulierbar bleiben. Stelara verliert 2027 weiter an Exklusivität; die Pipeline muss das glaubwürdig auffangen.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

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