Überblick
Hornbach Holding veröffentlicht am 19. Mai 2026 nach Börsenschluss die vollständigen Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2025/26. Das Besondere: Die Topline ist bereits bekannt. Nettoumsatz 6.433,9 Mio. EUR, ein Plus von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr. Auch das bereinigte EBIT von 264,7 Mio. EUR liegt auf dem Tisch, nachdem es im Vorjahr noch 269,5 Mio. EUR waren. Was fehlt, sind die vollständigen Detailzahlen, die Segmentaufschlüsselung und vor allem der Ausblick auf 2026/27.
Der Markt hat die vorläufigen Zahlen bereits eingepreist. Die Spannung liegt jetzt woanders: Wie kommentiert das Management die Kostenentwicklung, und was sagt Hornbach zur Nachfragedynamik im laufenden Frühjahrsgeschäft?
Analystenerwartungen
Der Analystenkonsens ist überschaubar. Laut aktien.guide liegt das durchschnittliche Kursziel bei 91,80 EUR (9 Analysten), finanzen.net kommt auf 94,00 EUR (3 Analysten). Die Einzelziele streuen zwischen 90 EUR (Berenberg, Hold, März 2026) und 96 EUR (Baader Bank, Add, März 2026). Berenberg hob sein Ziel im März von 88 auf 90 EUR an, blieb aber bei Hold. Die DZ Bank senkte kurz vor den Zahlen, am 7. Mai 2026, ihren fairen Wert und bestätigte ebenfalls Halten.
Das ergibt ein Bild, das man als „konstruktiv neutral” bezeichnen könnte, wenn man freundlich ist. Realistischer: Die Analysten sehen keinen klaren Katalysator. Umsatzwachstum ja, Margenexpansion nein.
Bewertungskontext
Hornbach Holding notiert aktuell in einer Spanne, die das durchschnittliche Kursziel von rund 92 EUR nur moderat über dem aktuellen Kurs lässt. Das implizierte Aufwärtspotenzial ist damit begrenzt. Die Marktkapitalisierung bewegt sich im mittleren einstelligen Milliardenbereich. Ein KGV, das den Margendruck der letzten zwei Jahre bereits reflektiert, macht die Aktie nicht teuer, aber auch nicht offensichtlich günstig, solange der Gewinnpfad unklar bleibt.
Was Anleger beachten sollten
Der entscheidende Punkt am 19. Mai ist nicht der Umsatz, der ist bekannt. Es geht um drei Dinge: erstens die EBIT-Marge im Detail, also ob der Rückgang von 269,5 auf 264,7 Mio. EUR strukturell oder einmalig ist. Zweitens der Ausblick für 2026/27, insbesondere ob das Management eine Margenverbesserung in Aussicht stellt oder weiter auf Kostendruck verweist. Drittens das Nachfragebild im DIY-Segment: Der Wohnungsbau in Deutschland läuft schwach, die Konsumzurückhaltung ist real, und der Wettbewerb im Baumarktbereich drückt auf die Preise.
Hornbach hat in der Vergangenheit von Renovierungszyklen profitiert. Derzeit ist dieser Zyklus gedämpft. Wer auf eine Trendwende setzt, braucht am Dienstagabend ein klares Signal vom Management, nicht nur solide Zahlen.
