
Berenberg bestätigte Ende September die Kaufempfehlung mit 110 Euro Kursziel, sechs Analysten kommen im Schnitt auf 99 Euro. Trotzdem lag die Aktie zuletzt rund 33,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau — ein Widerspruch, der heute offenbar ein paar Käufer angelockt hat.
Der operative Hintergrund ist nicht schwach. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Umsatz auf 198,1 Mio. Euro, nach 170,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sprang von 19,7 auf 33,8 Mio. Euro. Auf dieser Basis hob das Unternehmen die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr auf 180–200 Mio. Euro an, nach zuvor 160–180 Mio. Euro. Die Umsatzerwartung blieb bei 730–780 Mio. Euro.
Friedrich Vorwerk baut Leitungen und Anlagen für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport — Segmente, in die Europa gerade erhebliche Summen pumpt. Die Projektpipeline profitiert davon strukturell. Das ist keine neue Geschichte, aber eine, die sich in den Zahlen zunehmend materialisiert.
Der heutige Anstieg ist keine Reaktion auf eine Ad-hoc-Meldung. Er sieht eher danach aus, dass der Markt die bereits bekannten starken Halbjahreszahlen und die erhöhte Prognose auf einer niedrigen Bewertungsbasis neu einpreist. Ob das nachhaltig ist, hängt davon ab, wie das zweite Halbjahr läuft — und ob die Margen bei großvolumigen Ausschreibungen halten. Der nächste Ergebnisbericht ist für den 12. November 2026 vor Börseneröffnung angekündigt.
- Q2-Umsatz: 198,1 Mio. Euro (+16,5 % yoy)
- Q2-Nettogewinn: 33,8 Mio. Euro (Vj. 19,7 Mio. Euro)
- EBITDA-Prognose 2026: 180–200 Mio. Euro (angehoben von 160–180 Mio. Euro)
- Berenberg-Kursziel: 110 Euro, Analysten-Konsens: 99 Euro
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