SCHOTT Pharma AG & Co. KGaA berichtet heute nach Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026. Der Zeitpunkt ist nicht uninteressant: Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 35 % verloren, notiert aktuell um die 15 bis 17 Euro, und der Markt wartet auf Hinweise, ob die Jahresprognose des Unternehmens — Umsatzwachstum währungsbereinigt 2 bis 5 %, EBITDA-Marge rund 27 % — das Tief der Erwartungen markiert oder ob weitere Korrekturen folgen.
Analystenerwartungen
Der Konsens aus drei Analysten liegt beim EPS bei 0,21 €, nach 0,26 € im Vorjahresquartal — ein Rückgang von rund 19 %. Beim Umsatz rechnen vier Analysten im Schnitt mit 244,5 Mio. €, verglichen mit 252,3 Mio. € in Q1 2025, was einem Minus von gut 3 % entspricht. Die Latte liegt also niedrig. Das war sie Ende April auch: Damals meldete SCHOTT Pharma einen Umsatz von 240,2 Mio. € mit 4,8 % währungsbereinigtem Wachstum und einer EBITDA-Marge von 27,1 %, das EPS lag bei 0,22 € — rund 31 % über der damaligen Konsensschätzung von 0,168 €. Die Aktie legte daraufhin 6 % zu.
Ob sich das wiederholt, ist offen. Die Ausgangslage ist dieselbe: niedrige Erwartungen, aber eine Guidance, die Analysten noch immer für zu konservativ halten. Vor Jahresbeginn kalkulierten Modelle mit 5 bis 8 % Wachstum und Margen von 28 bis 29 % — beides liegt über dem, was das Unternehmen selbst in Aussicht stellt.
Bewertungskontext
Das KGV für 2026 liegt je nach Modell zwischen 14 und 19, das EV/Sales-Verhältnis bei rund 2,1. Für einen Medizintechnik-Zulieferer mit strukturellen Wachstumstreibern im Pharmaverpackungssegment ist das keine ambitionierte Bewertung — aber auch kein Schnäppchen, solange die Wachstumsdynamik gedämpft bleibt. Das mittlere Kursziel der Analysten liegt bei rund 20 bis 22 €, was vom aktuellen Niveau aus gut 20 bis 40 % Aufwärtspotenzial bedeutet. 13 von 19 Analysten bei aktien.guide empfehlen Kaufen.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte verdienen heute Abend besondere Aufmerksamkeit. Erstens: der Anteil von High-Value-Solutions am Umsatz. Das Unternehmen hat als mittelfristiges Ziel ausgegeben, diesen auf über 60 % zu steigern — jede Bewegung in diese Richtung stützt die Margenthese. Zweitens: der verlorene Kundenauftrag im Bereich Glasspritzen und die schwache Nachfrage bei Polymerspritzen. Beide Faktoren haben die Guidance belastet; Anleger werden prüfen, ob sich hier eine Stabilisierung abzeichnet. Drittens: Vorstands-Käufe nach den April-Zahlen signalisieren intern Vertrauen — das ist kein Beweis, aber ein Datenpunkt. Der Widerspruch bleibt bestehen: Analysten halten mehrheitlich an Kaufempfehlungen fest, während die Aktie seit einem Jahr fällt. Heute Abend zeigt sich, ob die operative Realität die Lücke schließt — oder weiter offen lässt.
