Copart Inc. (CPRT.US) veröffentlicht am 10. September 2026 nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das fiskalische vierte Quartal 2026 (Ende Juli 2026). Der Conference Call folgt um 17:30 Uhr ET. Es geht um ein Unternehmen, das in einem engen Analystenfeld mit klaren Erwartungen steckt — und das kurz vor den Zahlen durch ein Broker-Upgrade deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen hat.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei einem EPS von 0,39 USD je Aktie, die Spanne reicht von 0,37 bis 0,40 USD (vier Analysten). Eine alternative Schätzung nennt 0,383 USD, was einem Rückgang von rund 6,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche. Beim Umsatz rechnet der Markt mit etwa 1,1 bis 1,14 Mrd. USD, ein Plus von rund 1,7 % YoY. Das ist kein Wachstumsszenario, das Begeisterung auslöst — eher eine Erwartung, die Stabilität honoriert, aber wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.
Zum Vergleich: Im Vorquartal hatte Copart rund 1,24 Mrd. USD Umsatz und ein Net Income von 402 Mio. USD ausgewiesen, bei einer Nettomarge von über 30 %. Dass der Markt nun mit deutlich niedrigerem Umsatz und rückläufigem EPS rechnet, ist erklärungsbedürftig — und genau das werden Analysten im Call hinterfragen.
Bewertungskontext
Das KGV liegt bei rund 21, basierend auf einem TTM-EPS von 1,61 USD. Die Marktkapitalisierung beträgt etwa 31,2 Mrd. EUR. Von den 11 abgedeckten Analysten stehen 2 auf „Strong Buy”, 3 auf „Buy”, 6 auf „Hold” — kein einziges „Sell”. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 41 bis 41,50 USD, was vom aktuellen Kursniveau rund 20 bis 23 % Upside impliziert. JPMorgan hat Anfang September von „Neutral” auf „Overweight” hochgestuft und ein Kursziel von 40 USD gesetzt. Die Aktie legte daraufhin rund 3 bis 4 % zu.
Ein KGV von 21 für ein Unternehmen, das im laufenden Quartal möglicherweise ein EPS-Minus von 6,5 % YoY zeigt, ist nicht trivial zu rechtfertigen. Das funktioniert nur, wenn der Markt auf strukturelles Wachstum setzt — und nicht auf das aktuelle Quartal.
Was Anleger beachten sollten
Der zentrale Punkt ist die Margenentwicklung. Copart hat in der Vergangenheit Nettomargenniveaus über 30 % gehalten — ob das auch in Q4 FY26 gilt, ist die eigentliche Frage hinter dem EPS-Konsens. Dazu kommt die Volumen- und Preisentwicklung im Salvage-Markt: Copart lebt von Totalschäden, Versichererzuflüssen und Gebrauchtwagenpreisen. Wenn diese Treiber nachlassen, spürt das Unternehmen das direkt in den Auktionserlösen.
Positiv zu werten ist das Fehlen eines negativen Pre-Announcements — Copart hat den Termin offiziell bestätigt, ohne Warnhinweise. Institutionelle Investoren haben laut Meldungen der vergangenen Tage Positionen auf- oder ausgebaut, zeitlich nah am JPMorgan-Upgrade. Das Sentiment ist also konstruktiv, die Erwartungen sind niedrig gesetzt. Wer einen Beat liefert, wird belohnt. Wer die Margen nicht verteidigt, dürfte trotz Upgrade-Euphorie Gegenreaktion sehen — das Kursziel von 41 USD setzt eine intakte Profitabilität voraus, keine Erosion.
