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Q-Bericht
2 min

EPS-Konsens 0,39 USD — reicht das, um Coparts „Cash-Maschine”-Narrativ zu retten?

EPS-Konsens 0,39 USD bedeutet ein Minus von rund 5 % gegenüber dem Vorjahr — während gleichzeitig Gerüchte über eine Milliardenakquisition die Kapitalallokationsfrage neu stellen.

EPS-Konsens 0,39 USD — reicht das, um Coparts „Cash-Maschine”-Narrativ zu retten?
Foto: Aziz Er

Copart öffnet heute nach US-Börsenschluss die Bücher für das vierte Fiskalquartal (per 31. Juli 2026). Der Markt erwartet 0,39 USD je Aktie bei einem Umsatz von rund 1,14 Mrd. USD — ein Wachstum von knapp 2 % beim Umsatz, aber ein Rückgang von etwa 5 % beim Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahresquartal. Das ist kein Einbruch, aber auch keine Wachstumsgeschichte.

Was Analysten erwarten

Der EPS-Konsens liegt eng bei 0,37 bis 0,39 USD. Zum Vergleich: Im vorigen Quartal hatte Copart 0,43 USD gemeldet und damit die damalige Schätzung von 0,41 USD leicht übertroffen. Der Rückgang auf 0,39 USD im aktuellen Quartal signalisiert, dass der Markt Margendruck einpreist — nicht eine Ausnahmesituation, sondern eine Normalisierung. Der Umsatzkonsens von 1,14 Mrd. USD liegt ebenfalls unter dem Vorquartal (1,24 Mrd. USD). Auf Jahresbasis erwarten Analysten für das Gesamtjahr rund 1,58 USD EPS.

Bewertungskontext

Auf Basis des TTM-EPS von rund 1,61 bis 1,68 USD handelt Copart bei einem KGV von etwa 20x — für einen Marktführer im Salvage-Auktionsgeschäft mit stabilen Cashflows kein übertriebenes Niveau, aber auch keine Schnäppchenbewertung. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 31 % verloren. Barclays hat das Kursziel zuletzt von 32 auf 26 USD gesenkt und hält an einem Underweight-Rating fest. Der Konsens der Analysten liegt im Schnitt bei etwa 41 USD Kursziel — eine Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich die Einschätzungen zur Ertragskraft aktuell sind.

Was Anleger beachten sollten

Drei Punkte dürften den Kurs nach den Zahlen stärker bewegen als das EPS selbst. Erstens: Salvage-Marktanteile. Mehrere Analysen haben zuletzt auf ein nachlassendes Wachstumstempo im Kerngeschäft hingewiesen — das Management muss hier konkrete Volumens- und Pricing-Daten liefern, keine allgemeinen Beruhigungen. Zweitens: die mögliche Akquisition von CCC Intelligent Solutions, einem Software-Anbieter im Versicherungs- und Automobilökosystem. Copart gilt als Interessent. Ein solcher Deal wäre strategisch nachvollziehbar, würde aber die bisherige Cash-Rückgabe-Story verändern — und der Markt wird genau fragen, wie er finanziert werden soll. Drittens: Insiderverkäufe im Wert von rund 846.000 USD kurz vor dem Bericht sind kein gutes Signal, auch wenn sie für sich allein wenig aussagen. Gleichzeitig haben institutionelle Investoren wie BlackRock zuletzt größere Positionen aufgebaut — ein Widerspruch, der sich erst auflöst, wenn der Call mehr Klarheit über den mittelfristigen Ergebnispfad bringt.

Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
Team Sesselmann

Copart bleibt strukturell stark — dominante Marktstellung, stabile Cashflows, KGV um 20x auf TTM-Basis. Doch 0,39 USD EPS bedeuten rund 5 % weniger als im Vorjahr. Der Umsatz von 1,14 Mrd. USD wächst kaum. Eine mögliche CCC-Akquisition wirft zusätzlich Fragen zur Kapitalallokation auf. Solange das Management keine klaren Antworten zu Marktanteilen und M&A-Finanzierung liefert, bleibt der 31-prozentige Kursverlust wenig überzeugend als Einstiegsargument.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

Quellen & Fußnoten
  1. Copart Q4 2026 Earnings Release Announcement
  2. Copart Earnings Calendar — Zacks
  3. Copart Earnings Preview — MarketBeat
  4. Copart Earnings Preview — Moomoo
  5. Copart among suitors for CCC Intelligent Solutions
  6. Copart stock fell 31% — analysts split on what comes next

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