Am 22. Juli berichtet AT&T vor dem Marktstart seine Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Konzern ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 160 Mrd. USD einer der größten Telekomwerte der USA — und trotzdem handelt die Aktie auf einem KGV von etwa 7, was für sich genommen wenig aussagt, aber zeigt, wie skeptisch der Markt die Wachstumsgeschichte bisher bewertet hat.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei einem bereinigten EPS von 0,59 USD, nach 0,54 USD im Vorjahresquartal — ein Plus von rund 9 Prozent. Beim Umsatz rechnen Analysten mit 31,8 bis 32,1 Mrd. USD, was einem Wachstum von 3 bis 4 Prozent gegenüber Q2 2025 entspricht. Für das Gesamtjahr hat AT&T eine EPS-Spanne von 2,25 bis 2,35 USD ausgegeben; der Konsens liegt bei 2,30 USD.
Zacks weist auf einen positiven Earnings ESP von +4,83 Prozent hin — die sogenannte „Most Accurate Estimate” liegt über dem Konsens, was historisch auf eine erhöhte Beat-Wahrscheinlichkeit hindeutet. Das ist kein Freifahrtschein, aber ein Signal, das man nicht ignoriert.
Bewertungskontext
Die Aktie notiert aktuell rund 35 bis 47 Prozent unter dem durchschnittlichen Analystenkursziel von 29 bis 30 USD. Das Rating-Bild ist überwiegend positiv: Moderate Buy ist der Konsens, mit einer Mehrheit an Kauf- gegenüber Halteempfehlungen. Freedom Broker hat kürzlich Coverage mit Buy und 30 USD Kursziel gestartet und AT&T als „klare Konvergenzgeschichte” bezeichnet. Gleichzeitig hat Oppenheimer von Outperform auf Perform zurückgestuft — ein Widerspruch, der zeigt, dass die Meinungen auseinandergehen, auch wenn der Gesamtbias positiv bleibt.
Was Anleger beachten sollten
Der wichtigste Datenpunkt ist nicht das EPS, sondern der Free Cash Flow. AT&T hat auf der Mizuho Technology Conference einen Q2-FCF von 4,0 bis 4,5 Mrd. USD bekräftigt und für 2026 bis 2028 Ausschüttungen von mehr als 45 Mrd. USD in Aussicht gestellt. Auf diesem Versprechen basiert die gesamte Dividenden- und Buyback-Story — und damit ein Großteil der Bewertungsthese.
Beim Wireless Service Revenue erwartet der Markt weiteres Wachstum als Haupttreiber. Schwächer könnte das Unternehmens- und Breitbandsegment abschneiden, wo der Wettbewerbsdruck höher ist. Dazu kommt die Starlink-Debatte: Bernstein hat die Kursziele für Telcos wegen des langfristigen Satelliten-Risikos gesenkt, während Morgan Stanley und Goldman Sachs die Bedrohung als überbewertet einstufen. AT&T wird im Call Stellung beziehen müssen — konkret, nicht mit Allgemeinplätzen. Und beim Leverage-Ziel von Net Debt/EBITDA rund 2,5x wird der Markt prüfen, ob der Deleveraging-Pfad nach dem EchoStar-Deal noch auf Kurs ist.
