
Pfizer legt seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 am 3. November vor Börsenbeginn vor. Der Analystenkonsens erwartet ein bereinigtes EPS von 0,72 USD — nach 0,87 USD im Vorjahresquartal, ein Rückgang von rund 17 %. Beim Umsatz liegt die Bandbreite der Schätzungen zwischen 15,9 und 16,2 Mrd. USD, was einem Minus von etwa 3 bis 5 % gegenüber dem Vorjahr entspräche.
Analystenerwartungen
Die EPS-Schätzung wurde in den vergangenen 90 Tagen von 0,82 USD auf 0,73 USD gesenkt. Ein Teil dieses Rückgangs ist auf eine Sonderbelastung im Zusammenhang mit der Innovent-Lizenzvereinbarung zurückzuführen, die mit rund 650 Mio. USD beziehungsweise etwa 0,10 USD je Aktie zu Buche schlägt. Wer die Quartalszahlen liest, sollte diesen Einmaleffekt vom operativen Ergebnis trennen.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Pfizer an einer bereinigten EPS-Prognose von 2,80 bis 3,00 USD fest. Die Umsatzprognose wurde zuletzt auf 60,5 bis 62,5 Mrd. USD angehoben — ein Anstieg des Mittelpunkts um 500 Mio. USD, der vor allem auf das Nicht-COVID-Geschäft zurückgeht.
Bewertungskontext
Die Aktie notiert bei rund 30,50 USD und damit nahe ihrem 52-Wochen-Hoch. Das KGV liegt bei etwa 40 — für ein Unternehmen mit rückläufigem kurzfristigem EPS eine anspruchsvolle Kennzahl. Pfizer hat im zweiten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen: Das bereinigte EPS von 0,77 USD lag rund 13 % über dem damaligen Konsens von 0,68 USD. Diese Überraschung dürfte die aktuelle Kurspositionierung mitgeprägt haben.
Was Anleger beachten sollten
Das zentrale Thema bleibt der Ausgleich des COVID-Rückgangs. Pfizer hat die Paxlovid-Erwartung für 2026 auf rund 4 Mrd. USD gesenkt, nach zuvor etwa 5 Mrd. USD. Ob das Nicht-COVID-Portfolio diesen Rückgang trägt, ist die eigentliche Frage. Im zweiten Quartal wuchsen diese Produkte währungsbereinigt um 18 % — ein guter Wert, aber noch kein Beweis für strukturelle Kompensation.
In der Onkologie gibt es konkrete Fortschritte: Die FDA erlaubte eine frühere Anwendung von Talzenna in Kombination mit Xtandi bei metastasiertem Prostatakrebs, und Elrexfio zeigte in einer Phase-3-Studie Vorteile beim progressionsfreien Überleben. Die Gesamtüberlebensdaten stehen allerdings noch aus — ein offener Punkt, den der Markt im Auge behält.
Das Risiko liegt weniger im EPS-Beat als im Ausblick. Die Hürde für einen Schlag über den Konsens ist durch die gesenkten Schätzungen niedrig. Doch bei einem KGV von 40 und einer Aktie nahe dem Jahreshoch reicht ein technischer Beat nicht zwingend für eine positive Kursreaktion. Entscheidend sind der Jahresausblick, die Umsatzdynamik der neuen Produkte und konkrete Signale zur Pipeline — insbesondere der noch ausstehende MEVPRO-1-Datensatz, den Analysten von Cantor als wichtigen Katalysator nennen.
der aktien.live-Redaktion
Pfizer liefert solide Substanz, aber die Bewertung macht uns skeptisch. Ein KGV von 40 bei einem EPS, das 17 % unter Vorjahr liegt, lässt kaum Raum für Fehler. Das Nicht-COVID-Geschäft wuchs im zweiten Quartal um 18 % — ein ermutigender Wert, der aber dauerhaft bestätigt werden muss. Bleibt der Jahresausblick von 60,5 bis 62,5 Mrd. USD Umsatz stabil, zeigt das zumindest, dass der COVID-Rückgang strukturell aufgefangen wird.
Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.
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