Zscaler öffnet heute nach US-Börsenschluss die Bücher für das dritte Fiskalquartal 2026. Der Analystenkonsens liegt bei EPS 1,01 USD — was auf den ersten Blick unspektakulär klingt, bis man bemerkt, dass Zscaler selbst im Februar genau diese Spanne als Guidance ausgegeben hat: 1,00 bis 1,01 USD. Wer also auf Höhe der eigenen Prognose landet, schlägt den Konsens nicht — er erfüllt ihn.
Analystenerwartungen
Beim Umsatz erwartet der Markt 834 bis 836 Mio. USD, ebenfalls deckungsgleich mit der unternehmenseigenen Guidance vom Februar. Im Vorquartal hatte Zscaler 815,8 Mio. USD gemeldet und damit die damaligen Schätzungen übertroffen. Trotzdem fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um rund 6 % — weil der Markt nicht auf den Beat reagierte, sondern auf den Ausblick. Dieses Muster dürfte heute wieder relevant sein.
Für das Gesamtjahr FY2026 hat das Management die Ziele bereits angehoben: 3,309 bis 3,322 Mrd. USD Umsatz, EPS 3,99 bis 4,02. Die ARR-Guidance wurde auf 24 % Wachstum hochgesetzt. Ob diese Ziele heute bestätigt oder erneut angehoben werden, ist die eigentliche Frage des Abends.
Bewertungskontext
Zscaler ist kein günstiger Name. Die Aktie wird mit einem erheblichen Aufschlag auf den Sektor gehandelt, was bedeutet, dass jede Enttäuschung beim Ausblick überproportional bestraft wird — wie der Februar-Abend gezeigt hat. Analysten haben nach dem letzten Bericht ihre Kursziele teils gesenkt, was die Bewertungsdiskussion vor diesen Zahlen zusätzlich schärft.
Auf der Profitabilitätsseite verwies CFO Remo Canessa zuletzt auf eine „Rule-of-62″ auf YTD-Basis — also Umsatzwachstum plus Free-Cashflow-Marge kombiniert über 62 %. Das ist ein starker Wert für ein Unternehmen in dieser Wachstumsphase, aber er muss sich heute wiederholen lassen.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte dominieren die Agenda: erstens die ARR-Entwicklung, weil 24 % Wachstum als Jahresziel nur funktioniert, wenn das Q3 liefert. Zweitens die Nachfrage nach AI-Security-Produkten — Zscaler hat dieses Segment als Wachstumstreiber positioniert, konkrete Zahlen dazu fehlen bislang. Drittens das US-Regierungssegment, das nach Berichten über fiskalische Unsicherheiten im Bundeshaushalt ein Fragezeichen bleibt.
Das Insider-Bild ist eindeutig: In den vergangenen 90 Tagen gab es 7 Verkäufe und null Käufe. Das muss kein Alarmsignal sein — Insider verkaufen aus vielen Gründen — aber es fehlt das positive Gegensignal. Wer auf einen klaren Beat hofft, braucht heute mehr als EPS 1,01.
