Zscaler legt morgen, am 26. Mai 2026, nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen vor. Der Markt erwartet 1,01 USD bereinigtes EPS und einen Umsatz zwischen 834 und 836 Mio. USD. Das klingt nach einer klaren Messlatte — ist es aber nicht, denn nach den Q2-Zahlen im Februar fiel die Aktie trotz eines Beats. Gute Zahlen allein reichen offenbar nicht.
Analystenerwartungen
Der EPS-Konsens liegt bei 1,01 USD je Aktie. Für das Gesamtjahr 2026 hat Zscaler zuletzt eine Guidance von 3,99 bis 4,02 USD adj. EPS und 3,309 bis 3,322 Mrd. USD Umsatz ausgegeben — nach einer Anhebung im Februar. Analysten haben nach den Q2-Zahlen ihre Kursziele teils gesenkt, obwohl die Ergebnisse über den Schätzungen lagen. Das ist ein Widerspruch, der sich nicht wegdiskutieren lässt: Der Konsens steigt, die Kursziele fallen.
Bewertungskontext
Zscaler wird mit einem hohen Aufschlag auf den Sektor gehandelt — typisch für wachstumsstarke Cybersecurity-Plattformen, aber auch anfällig für Enttäuschungen bei der Guidance. Die Marktkapitalisierung bewegt sich im Bereich von rund 30 Mrd. USD. Das 52-Wochen-Bild zeigt eine Aktie, die nach dem Q2-Rücksetzer noch nicht vollständig erholt ist. Wer auf Bewertungskomfort wartet, wartet bei Zscaler traditionell vergeblich.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte dominieren die Agenda für morgen. Erstens: das Net-New-ARR. Ob das jährlich wiederkehrende Umsatzwachstum robust bleibt, ist die eigentliche Kernfrage — mehr als das EPS-Ergebnis selbst. Zweitens: die Integration von Red Canary und die angekündigte Übernahme von Symmetry Systems. Beide sollen die AI-Security-Plattform stärken, aber Cross-Selling-Effekte brauchen Zeit, und der Markt wird genau hinschauen, ob sich das schon in den ARR-Zahlen niederschlägt. Drittens: die Guidance-Qualität. Zscaler hat den Ausblick zuletzt angehoben — eine Bestätigung reicht dem Markt möglicherweise nicht mehr, eine erneute Anhebung wäre nötig, um die Aktie zu bewegen.
Das Insider-Bild gibt keinen Kaufimpuls: null Käufe, sieben Verkäufe in den vergangenen 90 Tagen. Das muss kein Alarmsignal sein — Insider verkaufen aus vielen Gründen — aber als Kontraindikator für Überzeugung auf Unternehmensebene taugt es nicht. CFO Rubin verwies zuletzt auf eine „Rule-of-62″ auf YTD-Basis, was die Balance aus Wachstum und Profitabilität unterstreichen soll. Ob der Markt das morgen honoriert, hängt weniger von der Zahl selbst ab als davon, wie überzeugend die Guidance für das Restjahr klingt.
