Am Mittwoch, den 19. August, legt TJX Companies seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor — vor Börsenstart, gefolgt von einem Conference Call mit CEO Ernie Herrman um 11:00 Uhr ET. Der Markt erwartet ein EPS von 1,18 bis 1,19 USD und einen Quartalsumsatz von rund 15,1 bis 15,2 Mrd. USD.
Analystenerwartungen
Der EPS-Konsens liegt bei 1,18 USD je Aktie, was einem Wachstum von etwa 7,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Beim Umsatz rechnen Analysten mit einem Plus von rund 5 % auf ca. 15,13 bis 15,14 Mrd. USD. Bemerkenswert: Die Konsensschätzung wurde in den vergangenen 30 Tagen um einen Cent nach oben revidiert — von 1,17 auf 1,18 USD. Das klingt marginal, signalisiert aber eine leicht positive Erwartungshaltung kurz vor den Zahlen.
Interessant ist dabei die Diskrepanz zur eigenen Guidance des Unternehmens. TJX hatte für Q2 FY27 einen EPS-Korridor von 1,15 bis 1,17 USD kommuniziert. Der Markt liegt also bereits über der Mitte dieser Spanne — was bedeutet, dass ein bloßes Erreichen der Guidance-Mitte als Enttäuschung gewertet werden könnte.
Bewertungskontext
Die Aktie wird aktuell mit einem KGV von rund 29,6 gehandelt, basierend auf einem TTM-EPS von etwa 5,14 USD. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 168 Mrd. USD. Für das Gesamtjahr FY27 sehen Analysten das EPS bei 5,17 bis 5,19 USD — das Forward-KGV bleibt damit im hohen 20er-Bereich. Das ist für einen Einzelhändler eine sportliche Bewertung, die auf der Annahme beruht, dass das Off-Price-Modell seine Profitabilität nicht nur hält, sondern weiter ausbaut.
Zum Vergleich: Wettbewerber Ross Stores wird deutlich günstiger bewertet. TJX zahlt also einen Bewertungsaufschlag, der durch konsistente Margenentwicklung und Comparable-Store-Sales-Wachstum gerechtfertigt werden muss — Quartal für Quartal.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte stehen im Fokus. Erstens die Comparable-Store-Sales: Wächst der Traffic weiter, oder flacht er ab? TJX profitiert strukturell vom preisbewussten Konsumenten, aber der Markt will sehen, dass dieser Effekt nicht nachlässt. Zweitens die Margenentwicklung: Bei einem KGV nahe 30 ist kaum Spielraum für Überraschungen nach unten — eine Bruttomarge, die unter den Erwartungen liegt, würde den Kurs spürbar belasten. Drittens der Ausblick: Hebt das Management die FY27-Guidance an, oder bleibt es beim bisherigen Korridor? Genau das ist die Frage, die den Kurs am Mittwochmorgen bewegen wird.
Positiv zu vermerken: TJX expandiert weiter — neue T.J.-Maxx-Filialen öffnen im August in mehreren US-Bundesstaaten. Die Quartalsdividende von 0,48 USD je Aktie ist bestätigt. Und Artikel, die TJX als „positioned to beat” einordnen, kursieren seit Tagen. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Wenn alle schon einen Beat erwarten, ist der Kurseffekt eines tatsächlichen Beats oft kleiner als erhofft — und ein Miss trifft härter.
