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Q-Bericht
2 min

EPS-Konsens -16% YoY, aber 51 Analysten sagen Kaufen: Wem soll man bei Uber glauben?

Umsatz soll um 15% wachsen, EPS gleichzeitig um 16% fallen — und 8 Insider haben in 90 Tagen verkauft, keiner gekauft. Das ist der Widerspruch, den Uber heute auflösen muss.

Uber berichtet heute vor Marktöffnung die Zahlen für Q1 2026. Auf dem Papier sieht das Quartal ordentlich aus: Analysten erwarten einen Umsatz von 13,28 Mrd. USD, rund 15% mehr als die 11,53 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Beim EPS sieht es anders aus. Der Konsens liegt bei 0,694 USD, nach 0,830 USD in Q1 2025 — ein Rückgang von 16,4% YoY. Wachstum oben, Schrumpfung unten: Das ist kein Widerspruch, den man einfach übergehen sollte.

Analystenerwartungen

39 Analysten haben EPS-Schätzungen abgegeben, 43 Umsatzschätzungen. Der EPS-Konsens von 0,694 USD liegt leicht unter der im System hinterlegten Schätzung von 0,72 USD — je nach Datenquelle also ein kleiner Puffer oder keiner. Beim Umsatz ist die Erwartungshaltung klarer: 13,28 Mrd. USD, getragen von weiter wachsenden Bruttobuchungen in Rides und Delivery. Im Q4 2025 lagen beide Segmente bei +22% YoY, das bereinigte EBITDA wuchs sogar um 35%. Die Frage ist, ob dieses Tempo in Q1 gehalten wurde.

Bewertungskontext

Die Aktie notiert aktuell bei rund 74 USD, rund 25% unter dem 52-Wochen-Hoch von 102 USD. YTD liegt UBER mit -9% im Minus. Das Kursziel der Analysten liegt im Schnitt zwischen 92 und 103 USD — implizites Aufwärtspotenzial von über 23%. 51 von 61 Analysten empfehlen Kaufen, einer Verkaufen. Trotzdem: In den vergangenen 90 Tagen haben acht Insider Aktien verkauft, kein einziger hat gekauft. Das Insider-Sentiment und der Analysten-Konsens zeigen in entgegengesetzte Richtungen.

Was Anleger beachten sollten

Der zentrale Streitpunkt ist Ubers 10-Mrd.-USD-Investition in autonome Mobilität. Der Markt bewertet die Aktie derzeit so, als ob diese Investition eine reine Belastung ist — nicht als Option auf zukünftigen Cashflow. Wer die Bullen-These kauft, setzt darauf, dass der freie Cashflow zeigt, dass Uber die AV-Ausgaben aus dem laufenden Geschäft stemmen kann, ohne die operative Marge zu beschädigen. Die bereinigte EBITDA-Marge lag in Q4 2025 bei 4,6% der Bruttobuchungen, +40 Basispunkte YoY. Hält diese Entwicklung in Q1, wäre das ein Argument gegen die Bären-These. Gibt sie nach, bestätigt sich die Sorge, dass Uber gerade Profitabilität gegen Marktanteile im AV-Segment tauscht. Für 2026 gesamt schätzen Analysten eine EBITDA-Marge von 17,92% — verglichen mit 12,08% in 2025. Das ist ein ambitionierter Sprung, der heute seinen ersten Praxistest bekommt.

Hausmeinung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
Norbert Sesselmann

Uber ist operativ stark — Rides und Delivery wachsen, die EBITDA-Marge verbessert sich. Das Problem ist die AV-Investition: 10 Mrd. USD sind eine große Wette, und der Markt bekommt dafür bisher keine klare Renditeerwartung geliefert. Solange Uber nicht zeigt, dass FCF und AV-Ausgaben gleichzeitig funktionieren, bleibt die Bewertungslücke zum Kursziel berechtigt. Wir beobachten — Einstieg erst, wenn die Marge-Entwicklung in Q1 die operative Leverage-These bestätigt.

Quellen & Fußnoten
  1. Uber Technologies – Analystenerwartungen Q1 2026
  2. Uber Stock is Down 9% in 2026 – Here's Why Analysts Still See Upside to $103
  3. Uber Has Fallen 25% from Its High – Its $10 Billion Robotaxi Bet Could Change That
  4. Uber Technologies Earnings Report – MarketBeat

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