
Uber berichtet heute vor Marktöffnung die Zahlen für Q1 2026. Auf dem Papier sieht das Quartal ordentlich aus: Analysten erwarten einen Umsatz von 13,28 Mrd. USD, rund 15% mehr als die 11,53 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Beim EPS sieht es anders aus. Der Konsens liegt bei 0,694 USD, nach 0,830 USD in Q1 2025 — ein Rückgang von 16,4% YoY. Wachstum oben, Schrumpfung unten: Das ist kein Widerspruch, den man einfach übergehen sollte.
Analystenerwartungen
39 Analysten haben EPS-Schätzungen abgegeben, 43 Umsatzschätzungen. Der EPS-Konsens von 0,694 USD liegt leicht unter der im System hinterlegten Schätzung von 0,72 USD — je nach Datenquelle also ein kleiner Puffer oder keiner. Beim Umsatz ist die Erwartungshaltung klarer: 13,28 Mrd. USD, getragen von weiter wachsenden Bruttobuchungen in Rides und Delivery. Im Q4 2025 lagen beide Segmente bei +22% YoY, das bereinigte EBITDA wuchs sogar um 35%. Die Frage ist, ob dieses Tempo in Q1 gehalten wurde.
Bewertungskontext
Die Aktie notiert aktuell bei rund 74 USD, rund 25% unter dem 52-Wochen-Hoch von 102 USD. YTD liegt UBER mit -9% im Minus. Das Kursziel der Analysten liegt im Schnitt zwischen 92 und 103 USD — implizites Aufwärtspotenzial von über 23%. 51 von 61 Analysten empfehlen Kaufen, einer Verkaufen. Trotzdem: In den vergangenen 90 Tagen haben acht Insider Aktien verkauft, kein einziger hat gekauft. Das Insider-Sentiment und der Analysten-Konsens zeigen in entgegengesetzte Richtungen.
Was Anleger beachten sollten
Der zentrale Streitpunkt ist Ubers 10-Mrd.-USD-Investition in autonome Mobilität. Der Markt bewertet die Aktie derzeit so, als ob diese Investition eine reine Belastung ist — nicht als Option auf zukünftigen Cashflow. Wer die Bullen-These kauft, setzt darauf, dass der freie Cashflow zeigt, dass Uber die AV-Ausgaben aus dem laufenden Geschäft stemmen kann, ohne die operative Marge zu beschädigen. Die bereinigte EBITDA-Marge lag in Q4 2025 bei 4,6% der Bruttobuchungen, +40 Basispunkte YoY. Hält diese Entwicklung in Q1, wäre das ein Argument gegen die Bären-These. Gibt sie nach, bestätigt sich die Sorge, dass Uber gerade Profitabilität gegen Marktanteile im AV-Segment tauscht. Für 2026 gesamt schätzen Analysten eine EBITDA-Marge von 17,92% — verglichen mit 12,08% in 2025. Das ist ein ambitionierter Sprung, der heute seinen ersten Praxistest bekommt.
der aktien.live-Redaktion
Für uns ist das Auseinanderlaufen von Umsatz und EPS bei Uber kein Zufall, sondern ein Strukturproblem: 15% mehr Umsatz bei gleichzeitig 16,4% weniger Gewinn je Aktie signalisiert, dass die 10-Mrd.-USD-AV-Investition auf die Marge drückt. Der entscheidende Prüfstein ist, ob die bereinigte EBITDA-Marge von 4,6% der Bruttobuchungen aus Q4 2025 stabil bleibt — oder nachgibt. Dass acht Insider in 90 Tagen verkauften, keiner kaufte, ist ein Warnsignal, das 51 bullische Analysten allein nicht entkräften.
Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.
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