Am 9. Juli, vor Marktöffnung, legt PepsiCo seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Konzern ist mit Marken wie Lay’s, Doritos und Gatorade in mehr als 200 Märkten präsent — und steht trotzdem seit Monaten unter Druck, zu beweisen, dass das Wachstum nicht nur aus Preiserhöhungen kommt.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei einem EPS von 2,19 USD je Aktie, nach 2,12 USD im Vorjahresquartal — ein Plus von rund 3,3 % YoY. Beim Umsatz rechnen Analysten mit etwa 23,9 bis 24,0 Mrd. USD, was einem Wachstum von rund 5 % gegenüber Q2 2025 entspräche. Zacks nennt 23,85 Mrd. USD, MarketBeat 23,97 Mrd. USD. Die Spanne ist eng, der Spielraum für Überraschungen damit begrenzt.
PepsiCo hat in den vergangenen vier Quartalen den EPS-Konsens jeweils übertroffen. Das schafft Erwartungen — und macht einen Miss umso schmerzhafter. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Konsensschätzung beim EPS bei rund 8,0 bis 8,6 USD; die eigene Guidance des Unternehmens sieht organisches Umsatzwachstum von 2 bis 4 % vor, mit dem Ziel, im zweiten Halbjahr eher am oberen Ende zu landen.
Bewertungskontext
Die Aktie notiert aktuell rund 11 % unter ihren Jahreshochs bei über 159 USD, im Bereich von 141 bis 142 USD. Das KGV liegt bei etwa 22, was für einen defensiven Konsumgütertitel nicht günstig ist — zumal das TTM-EPS bei 6,37 USD liegt und der Markt für 2026 bereits deutlich höhere Gewinne einpreist. Analysten von JPMorgan und Citi halten an positiven Ratings fest, haben ihre Kursziele aber auf 170 USD gesenkt. Der durchschnittliche Konsens-Zielkurs liegt bei 166 bis 171 USD, was vom aktuellen Niveau aus rund 15 bis 20 % Upside bedeutet. Von 22 Analysten empfehlen 16 ein „Halten” — das sagt einiges über die Stimmungslage.
Was Anleger beachten sollten
Das zentrale Thema für Q2 ist das Segment PepsiCo Foods North America (PFNA). In Q1 2026 drehten die Snack-Volumina in Nordamerika erstmals seit mehreren Quartalen ins Positive. Q2 ist saisonal das stärkste Quartal für Snacks und Getränke — ein sauberer Test, ob diese Trendwende trägt oder ob sie ein Einmaleffekt war. Viele der aktuellen „Hold”-Ratings hängen genau an dieser Frage.
Daneben beobachten Analysten, ob das organische Wachstum weiter primär von internationalen Segmenten getragen wird oder ob Nordamerika aufschließt. Einzelne Modelle rechnen mit organischem Wachstum von nur 2,3 % — unter dem Konsens von rund 2,8 %. Bei einem KGV von 22 ist das kein irrelevanter Unterschied.
Kursrelevant wird vor allem die Kombination aus EPS-Ergebnis und Guidance-Anpassung. Ein Beat ohne Anhebung der Jahresprognose dürfte den Kurs kaum bewegen. Ein klarer Beat plus Anhebung der organischen Wachstumsprognose wäre der stärkste Hebel für eine Erholung. Enttäuscht PFNA erneut beim Volumen, wird die Bewertung schnell zum Problem.
