McDonald’s öffnet am 7. Mai 2026 vor US-Marktstart die Bücher für das erste Quartal 2026. Der Konzern steht vor einer einfachen Frage: Reicht die Value-Strategie, um die schwächelnde Kundennachfrage in den USA und Europa zu stabilisieren — oder zeigen die Zahlen, dass der Dip der letzten Wochen mehr als nur Marktrauschen war?
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt beim EPS bei 2,74 USD. Beim Umsatz erwarten Analysten rund 31,9 Mrd. USD für das Quartal. Die vergleichbaren Filialumsätze (Same-Store-Sales) sollen laut FactSet-Daten um 3,0 bis 3,5 Prozent wachsen — etwas weniger als die ursprünglich angesetzten 4,0 Prozent für die USA und 3,8 Prozent international. Das Unternehmen selbst hat für das Gesamtjahr 2026 ein bereinigtes EPS zwischen 12,50 und 13,00 USD sowie ein EBITDA von 13,5 bis 14,0 Mrd. USD in Aussicht gestellt.
Das Analystenbild ist mehrheitlich positiv: 15 Strong-Buy- und 6 Buy-Ratings stehen 15 Hold-Empfehlungen gegenüber, kein einziges Sell. UBS hält an einem Kursziel von 365 USD fest, JPMorgan und Morgan Stanley bleiben bei Buy. RBC sieht das Quartal zwar im Rahmen der Erwartungen, warnt aber vor Abwärtsrisiken beim Ausblick — eine Einschätzung, die sich mit dem schwachen Kursmomentum deckt.
Bewertungskontext
Die Aktie notiert aktuell bei rund 295 bis 300 USD und damit nahe dem unteren Ende der 52-Wochen-Spanne von 283 bis 342 USD. Das KGV liegt bei knapp 24, bezogen auf den TTM-EPS von 11,95 USD. Einige DCF-Modelle sehen den fairen Wert bei 244 USD — was die aktuelle Bewertung als sportlich einordnet, auch wenn TIKR-Modelle bis zu 400 USD als Ziel ausweisen. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 202 Mrd. Euro. Wer hier von Unterbewertung spricht, muss das gut begründen können.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte sind heute entscheidend. Erstens: die Same-Store-Sales. Kommen die USA unter 3 Prozent, dürfte das den Kurs belasten — unabhängig davon, was beim EPS passiert. Zweitens: der Ausblick für 2026. McDonald’s hat bisher an der Jahresguidance festgehalten; eine Revision nach unten wäre eine echte Überraschung. Drittens: die Getränke-Strategie. Der Konzern baut das Segment mit Crafted Limonaden und Energy-Drinks aus, um Starbucks und Dutch Bros Kunden abzujagen. Höhere Margen und Wiederholkäufe sind das Versprechen — ob das im Q1 schon messbar ist, bleibt offen.
Auffällig ist das Insider-Bild: In den vergangenen 90 Tagen gab es acht Verkäufe und keinen einzigen Kauf durch Unternehmensinsider. Das ist kein Alarmsignal per se, aber es passt nicht zu einer Aktie, die Analysten als klaren Kauf bezeichnen. Widersprüche dieser Art sollten Anleger nicht ignorieren.
