Home Depot berichtet am 18. August 2026 vor Börsenbeginn seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026. Das Unternehmen ist der größte Heimwerkerfachhändler der USA, und die Erwartungen sind diesmal eng gesteckt — was die Latte für Überraschungen in beide Richtungen niedrig legt.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei einem EPS von 4,71 USD, nach 4,68 USD im Vorjahresquartal — ein Zuwachs von knapp einem Prozent. Einzelne Datendienste nennen 4,73 USD als obere Bandbreite. Beim Umsatz rechnen Analysten mit rund 47,0 bis 47,5 Mrd. USD, gegenüber etwa 45,3 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Zuwachs von vier bis fünf Prozent, wobei ein Teil davon auf Akquisitionen zurückgeht und nicht auf organisches Wachstum im bestehenden Filialnetz. Für das Gesamtjahr 2026 hat das Management eine EPS-Spanne von 14,69 bis 15,28 USD ausgegeben; der Street-Konsens liegt mit rund 15 USD am oberen Ende dieser Spanne.
Bewertungskontext
Die Aktie wird derzeit mit einem KGV von rund 24 gehandelt, auf Basis eines TTM-EPS von etwa 14,1 USD. Das ist eine Premium-Bewertung für einen reifen Einzelhändler in einem Sektor, der stark vom US-Wohnimmobilienmarkt abhängt. Wer diesen Aufschlag zahlt, setzt darauf, dass Home Depot seine Marktstellung im Pro-Segment ausbaut und die Comps wieder in positiveres Terrain drehen. Ob das gerechtfertigt ist, hängt weniger von den Quartalszahlen selbst ab als vom Ausblick.
Was Anleger beachten sollten
Der entscheidende Punkt ist nicht das EPS, sondern die Comparable-Store-Sales. Der Konsens rechnet hier mit einem Plus von rund 0,5 bis 1,0 Prozent — ein schwaches Ergebnis würde zeigen, dass der Umsatzanstieg fast ausschließlich akquisitionsgetrieben ist, nicht nachfragegetrieben. Besonders im Blick: das Pro-Segment, also Aufträge von Handwerkern und Bauunternehmen. Dieses Geschäft ist margenstärker und konjunktursensibler als das DIY-Geschäft, und Analysten sehen es als Indikator dafür, wie robust der US-Renovierungsmarkt tatsächlich ist.
Gleichzeitig drücken höhere Personalkosten und Frachtaufwand auf die Margen — was erklärt, warum das EPS trotz deutlich höherem Umsatz kaum wächst. Wer auf Effizienzgewinne gehofft hat, wird hier nüchtern bleiben müssen. Auch der Digitalumsatz steht auf der Beobachtungsliste, vor allem mit Blick auf den Wettbewerb mit Lowe’s.
Das größte Kurspotenzial steckt in der Guidance. Der Street-Konsens liegt bereits am oberen Ende der Management-Spanne — eine Bestätigung ohne Anhebung könnte als Signal gelesen werden, dass das zweite Halbjahr schwächer läuft als erhofft. Hinzu kommt, dass die EPS-Schätzungen in den vergangenen 30 Tagen leicht nach unten revidiert wurden, was auf eine vorsichtigere Analystenstimmung hindeutet. Wer auf eine positive Überraschung setzt, braucht starke Comps, ein stabiles Pro-Segment und eine angehobene Jahresprognose — alle drei gleichzeitig.
