Deere & Company berichtet am 20. August vor US-Marktöffnung seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Der Termin kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie leicht nachgegeben hat und Analysten ihre Schätzungen in den Wochen davor mehrheitlich gesenkt haben — 18 Reduktionen stehen laut Seeking Alpha nur fünf Anhebungen gegenüber. Das ist kein Vertrauensvotum, aber auch kein Alarmsignal. Es ist die typische Vorsicht vor einem Zyklus-Print, bei dem die Richtung der Guidance mehr zählt als die Quartalszahl selbst.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei einem EPS von 4,79 USD je Aktie, die Bandbreite der Schätzungen reicht von 4,69 bis 4,85 USD. Beim Umsatz erwarten Analysten zwischen 10,73 und 10,81 Mrd. USD, was einem Wachstum von rund 4 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche. Das Nettoergebnis wird auf etwa 1,26 Mrd. USD geschätzt. Zum Vergleich: Im Vorquartal hatte Deere sowohl beim EPS als auch beim Umsatz positiv überrascht — die Beat-Serie läuft, aber der Konsens ist diesmal so eng kalibriert, dass selbst kleine Abweichungen nach unten den Kurs bewegen dürften.
Für das Gesamtjahr 2026 hat das Management eine Nettoergebnis-Bandbreite von 4,5 bis 5,0 Mrd. USD kommuniziert. FY25 lag bei 5,027 Mrd. USD — 2026 ist also bestenfalls ein Seitwärtsjahr, realistischer ein leichter Rückgang. Der Konsens für das FY26-EPS liegt bei rund 18,1 bis 18,3 USD.
Bewertungskontext
Das KGV liegt aktuell bei über 33, die Marktkapitalisierung bei rund 158,9 Mrd. EUR. Das ist ein anspruchsvolles Niveau für ein Unternehmen, das im laufenden Jahr weniger verdient als im Vorjahr. Der Markt preist damit keine 2026er-Story, sondern eine Erholung ab 2027 — JPMorgan hat das Kursziel zuletzt auf 570 USD gesenkt (von 590), Evercore ISI auf 632 USD (von 641). Beide behalten neutrale Ratings. Das sagt im Grunde: fair bewertet, kein Handlungsbedarf, abwarten.
Was Anleger beachten sollten
Der eigentliche Kurs-Trigger am 20. August ist nicht das Q3-EPS, sondern die Guidance. Hält Deere die FY26-Bandbreite, engt sie ein oder passt sie an? Und was sagt das Management zu 2027? Wer die Aktie zu KGV 33 hält, hat die Erholungsstory bereits eingepreist — jede Aussage, die diese Story in Frage stellt, wird schmerzhaft quittiert.
Auf Segmentebene lohnt ein Blick auf Construction & Forestry sowie Precision Agriculture: Beide sollen die klassische Farm-Equipment-Schwäche abfedern. Ob das gelingt, zeigen die Segmentmargen. Im Agrarbereich selbst bleibt die Frage, ob die Nachfrage der Farmer stabilisiert oder weiter nachgibt — Agrarpreise und Farmer-Einkommen sind die externen Variablen, die Deere nicht kontrolliert, aber kommentieren wird.
Ein Miss beim EPS wäre angesichts der Bewertung kritisch. Ein Beat allein reicht nicht — es braucht eine Guidance, die den Erholungsausblick für 2027 glaubwürdig hält.
