RATIONAL berichtet heute nach Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2026. Der Markt schaut dabei vor allem auf eine Frage: Bestätigt das Unternehmen die vorsichtige Jahresprognose, oder liefert Q1 einen frühen Hinweis darauf, dass die Marge stabiler bleibt als erwartet?
Was Analysten erwarten
Der EPS-Konsens für Q1 liegt bei 5,18 EUR. Auf Jahresbasis rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 23,15 EUR für 2026, ein Plus von rund 3 % gegenüber den Vorjahresschätzungen. Beim Umsatz wird Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich erwartet, auf Basis des 2025er-Niveaus von 1,26 Mrd. EUR. Die EBIT-Marge soll laut Konsens auf 25–26 % sinken, nach 26,4 % im Geschäftsjahr 2025.
Bernstein Research stuft die Aktie mit Outperform ein, Warburg Research mit Buy. Deutsche Bank und DZ Bank sind zurückhaltender und halten an Hold-Ratings fest. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt zwischen 765 und 814 EUR.
Bewertungskontext
Zum aktuellen Kurs von rund 622–630 EUR wird RATIONAL mit einem KGV von etwa 27,78 gehandelt, das für 2026 auf 26,62 sinken soll. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 7,1 Mrd. EUR. Das ist keine Schnäppchen-Bewertung für einen Maschinenbauer, aber RATIONAL hat historisch höhere Multiples verteidigt, weil die Margen konstant über 25 % lagen.
Genau das ist der Knackpunkt: Die Guidance für 2026 rechnet mit Margendruck. Wenn Q1 bereits unter 25 % EBIT-Marge liegt, dürfte das die Kursziel-Anhebungen der vergangenen Wochen schnell wieder in Frage stellen.
Was Anleger beachten sollten
Das Asien-Geschäft war 2025 mit einem Rückgang von 11 % der schwächste Bereich. Europa und Nordamerika wuchsen dagegen um 8–9 %. Für Q1 2026 ist relevant, ob sich dieser regionale Mix stabilisiert oder ob Asien weiter belastet. Hinzu kommen US-Zölle und Währungseffekte, die im laufenden Jahr stärker durchschlagen könnten als 2025.
Ein weiterer Punkt: Die iVario-Produktlinie gilt als Wachstumstreiber, bisher sind die Impulse aber noch nicht klar in den Quartalszahlen sichtbar. Anleger sollten prüfen, ob das Management hier konkretere Aussagen macht.
Die Hauptversammlung fand am 29. April statt, die vorgeschlagene Dividende von 16 EUR plus 4 EUR Sonderdividende wurde bereits kommuniziert. Das nimmt etwas Spannung aus dem Termin — der Fokus liegt klar auf den operativen Zahlen und dem Ausblick für den Rest des Jahres.
