
argenX (ARGX.BR) legt am 22. Oktober 2026 nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vor. Der Zeitpunkt ist ungemütlich: Wenige Wochen vor dem Bericht brach das Unternehmen die Phase-3-UNITY-Studie zu Vyvgart bei Sjögren-Syndrom ab, nachdem eine Zwischenanalyse das Erreichen des primären Endpunkts als unwahrscheinlich einstufte. Die Aktie verlor daraufhin rund 11 bis 15 Prozent. Sjögren’s galt als eine der größten potenziellen Wachstumsindikationen für Efgartigimod — der Abbruch ist kein Randthema.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei einem EPS von 6,92 je Aktie. Wichtiger als diese Zahl ist der Vyvgart-Umsatz: Im zweiten Quartal 2026 erzielten Vyvgart und Vyvgart Hytrulo zusammen rund 1,5 Mrd. US-Dollar. Analysten erwarten mittelfristig einen Anstieg des Gesamtumsatzes von etwa 4,25 Mrd. US-Dollar in 2025 auf rund 9,33 Mrd. US-Dollar bis 2028. Diese Projektionen setzen voraus, dass Vyvgart seine Wachstumsdynamik über die aktuellen Kernindikationen hinaus ausdehnt — genau das steht nach dem Sjögren-Rückschlag stärker in Frage.
Bewertungskontext
argenX wird mit einem KGV von rund 35 bewertet. Das ist ein klarer Wachstumsaufschlag, der einen kontinuierlichen Ausbau der adressierbaren Märkte einpreist. Nach dem Sjögren-Abbruch ist dieser Aufschlag angreifbarer geworden — nicht weil das laufende Geschäft schwächelt, sondern weil eine der angenommenen Wachstumsoptionen weggefallen ist. Positiv gegengerechnet: Die ALKIVIA-Phase-3-Studie zu autoimmuner Myositis erreichte ihren primären Endpunkt mit einem Total Improvement Score von 15,4 Punkten über Placebo (p=0,0011). Die Daten sollen auf der ACR Convergence 2026 präsentiert werden und stützen die These, dass Efgartigimod in weiteren Autoimmunerkrankungen wirksam sein kann.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte dürften die Reaktion nach dem Bericht bestimmen. Erstens: der Vyvgart-Umsatz im abgelaufenen Quartal — konkret die Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahresquartal und die regionale Aufschlüsselung. Zweitens: der Ausblick für das Gesamtjahr 2026, insbesondere ob das Management die Umsatz- oder Margenprognose anhebt. Drittens: wie das Unternehmen den Sjögren-Abbruch kommunikativ einbettet und welche Indikationen als nächste Wachstumstreiber positioniert werden. Ein bloßes Erreichen des EPS-Konsenses von 6,92 wird den Kurs kaum bewegen. Nötig wäre ein überzeugender Ausblick, der zeigt, dass die Pipeline breiter trägt als bisher angenommen. Die ALKIVIA-Daten liefern dafür ein Argument — ob es reicht, hängt davon ab, wie groß der Markt für autoimmune Myositis im Vergleich zu Sjögren’s eingeschätzt wird.
der aktien.live-Redaktion
Vyvgart funktioniert — 1,5 Mrd. US-Dollar Quartalsumsatz sind kein Zufallsergebnis. Der Sjögren-Abbruch trifft aber den Bewertungsaufschlag direkt. Ein KGV von 35 setzt breites Plattformwachstum voraus — das ist nun unsicherer. Die ALKIVIA-Daten mit 15,4 Punkten Wirkungsvorsprung gegenüber Placebo helfen, doch der Markt für autoimmune Myositis ist kleiner als Sjögren's. Entscheidend wird sein, ob der Ausblick eine klare Umsatzanhebung zeigt.
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