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Q-Bericht
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EPS-Konsens bei -0,13 USD: Schafft Max den Beweis, dass Streaming die Linear-Erosion auffängt?

Ein EPS-Verlust von -0,13 USD erwartet, Umsatz rund 9,25 Mrd. USD — und im Hintergrund ein angebliches 110-Mrd.-Übernahmeangebot, das die Zahlen fast zur Nebensache macht.

Warner Bros. Discovery berichtet am 6. August vor Marktöffnung über das zweite Quartal 2026. Die Erwartungen sind niedrig, aber das war im Vorquartal auch so — und dann kam ein EPS von -1,17 USD bei einem Konsens von -0,10 USD. Dieser Miss sitzt noch. Der Markt ist entsprechend vorsichtig.

Analystenerwartungen

Der Konsens liegt beim bereinigten EPS bei rund -0,13 USD, nach +0,63 USD im Vorjahresquartal. Die Spanne reicht laut FactSet von -0,39 bis -0,02 USD — ein Zeichen, dass die Analysten selbst wenig Einigkeit haben. Beim Umsatz rechnet der Markt mit etwa 9,2 bis 9,3 Mrd. USD, was einem Rückgang von rund 5 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das bereinigte EBITDA wird je nach Quelle zwischen 1,6 und 1,87 Mrd. USD erwartet, was einem Rückgang von bis zu 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche.

Zacks führt die Aktie aktuell mit Rank 5 (Strong Sell) und einem negativen Earnings ESP von -85 Prozent — das deutet nicht auf einen Beat hin. Benchmark hat kurz vor den Zahlen sein Hold-Rating bestätigt und verweist auf sinkende Umsätze und EBITDA. Auf der anderen Seite gibt es laut Barchart immerhin vier Strong-Buy-Empfehlungen, bei einem Kursziel-Durchschnitt von 29,16 USD.

Bewertungskontext

Ein klassisches KGV ist bei WBD derzeit wenig aussagekräftig — das Unternehmen schreibt Verluste, und Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 ein negatives EPS von rund -1 USD. Erst für 2027 wird annähernder Break-even erwartet. Die Marktkapitalisierung liegt im mittleren zweistelligen Milliarden-Bereich, die Aktie notiert deutlich unter ihren Hochs. Die hohe Verschuldung bleibt das strukturelle Kernproblem: Jede Aussage zum Free Cashflow und zur Entschuldung wird den Kurs mehr bewegen als der absolute EPS-Wert.

Was Anleger beachten sollten

Drei Segmente sind entscheidend. Die Global Linear Networks verlieren strukturell: Distribution-Revenues werden mit -7,5 Prozent YoY auf rund 2,29 Mrd. USD erwartet, Content-Revenues sogar mit -17,6 Prozent auf 236 Mio. USD. Das ist kein Quartalsproblem, das ist Cord-Cutting in Zahlen. Die Studios liefern rund 3,04 Mrd. USD Umsatz — hier zählen Abschreibungen auf Content-Bibliotheken und die Wirtschaftlichkeit der Kino-Slate. Beim Streaming (Max/DTC) erwartet der Markt Werbe-Revenues von 308,5 Mio. USD, ein Plus von 9,4 Prozent YoY. Das klingt gut, reicht aber nicht, um den Linear-Rückgang zu kompensieren.

Dazu kommt ein Faktor, der mit den Quartalszahlen selbst wenig zu tun hat: Longbridge berichtet von einem angeblichen Übernahmegebot in Höhe von 110 Mrd. USD. Das Management wird dazu im Earnings Call Stellung nehmen müssen — oder eben nicht, was die Spekulation weiter anheizt. Wer auf eine ruhige Zahlen-Reaktion hofft, könnte sich täuschen.

Der eigentliche Test ist nicht, ob WBD die -0,13 USD schlägt. Der Test ist, ob das Management glaubhaft erklären kann, warum Q1 so weit daneben lag — und ob die Guidance für H2 2026 irgendeine Grundlage hat.

Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
Team Sesselmann

Für uns steht WBD vor dem schwierigsten Test seit der Fusion: nicht das Quartalsergebnis selbst, sondern ob das Management nach dem katastrophalen Q1-Miss von -1,17 USD bei einem Konsens von -0,10 USD überhaupt noch Prognosevertrauen zurückgewinnen kann. Der strukturelle Druck ist messbar — Content-Revenues im Linear-Segment brechen mit -17,6 Prozent YoY ein, während Streaming-Werbeumsätze mit erwarteten +9,4 Prozent den Rückgang bei Weitem nicht auffangen. Die hohe Verschuldung macht jeden Hinweis auf Free-Cashflow-Entwicklung kursrelevanter als der EPS-Wert selbst.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

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