
ConocoPhillips berichtet am 5. November 2026 vor Börsenöffnung seine Ergebnisse für das dritte Quartal. Es ist das erste Quartal unter dem neuen CEO Andy O’Brien, der Ryan Lance zum 1. September abgelöst hat. Der Markt schaut deshalb nicht nur auf die Zahlen, sondern auch auf das, was O’Brien dazu sagt.
Analystenerwartungen
Der EPS-Konsens liegt je nach Datenanbieter zwischen 2,97 und 3,06 USD. AlphaStreet nennt 3,04 USD bei 27 Analysten mit einer Bandbreite von 2,41 bis 3,21 USD, MarketBeat kommt auf 3,05 USD. Die von uns verwendete Schätzung von 3,06 USD liegt damit am oberen Rand des Konsensfeldes. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal meldete ConocoPhillips einen bereinigten EPS von 3,24 USD — der Markt erwartet also einen sequenziellen Rückgang, was angesichts der Rohstoffpreisentwicklung nicht überrascht.
Beim Umsatz reichen die Konsensschätzungen von 18,45 bis 18,92 Mrd. USD. Für das Gesamtjahr 2026 liegt der Konsens bei rund 11,40 USD EPS und 73,55 Mrd. USD Umsatz. Die EPS-Schätzungen wurden in den vergangenen 60 Tagen um rund 18 Prozent nach oben revidiert, die Umsatzschätzungen um 12 Prozent — ein deutliches Signal, dass Analysten das Umfeld zuletzt positiver eingeschätzt haben.
Bewertungskontext
ConocoPhillips wird aktuell mit einem KGV von rund 19 gehandelt. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt laut Investing.com bei 151,56 USD, was nur etwa 5 Prozent Aufwärtspotenzial impliziert. Der Analystenkonsens ist mit 15 Strong-Buy- und 4 Buy-Einstufungen klar positiv — aber bei einer Aktie, die nahe am Kursziel notiert, braucht es mehr als ein solides Quartal, um den Kurs zu bewegen.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte dürften die Reaktion nach den Zahlen bestimmen. Erstens die Produktion: Im zweiten Quartal lag sie bei 2,248 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag. Hält ConocoPhillips dieses Niveau, ist das eine Grundvoraussetzung — übertrifft es ihn, ein Pluspunkt. Zweitens die Kapitalrückgaben: Im Vorquartal wurden 3,0 Mrd. USD an Aktionäre ausgeschüttet, davon ein erhöhter Rückkaufanteil. Anleger werden prüfen, ob das Tempo gehalten wird. Drittens die Marathon-Oil-Integration: In Kanada wurden zuletzt Stellenstreichungen gemeldet. Das kann langfristig Kosten senken, kurzfristig aber Integrationsaufwand und operative Unsicherheit signalisieren. Dazu kommt der geplante Erwerb eines 42-Prozent-Anteils an einem Joint Venture in der Kirkuk-Region im Nordirak — ein Deal, dessen Abschluss bis Ende 2026 erwartet wird und der im Ausblick thematisiert werden dürfte.
Ein EPS über 3,06 USD zusammen mit stabiler Produktion und bestätigten Ausschüttungen wäre der klarste positive Katalysator. Ein schwächerer Ausblick oder Hinweise auf steigende Integrationskosten könnten den positiven Analystenkonsens dagegen schnell relativieren — zumal die Bewertung wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.
der aktien.live-Redaktion
ConocoPhillips ist operativ solide aufgestellt, doch die Bewertung lässt wenig Spielraum. Bei einem KGV von 19 und einem Kursziel-Abstand von nur rund 5 Prozent braucht es mehr als ein ordentliches Ergebnis. Der Markt erwartet einen EPS-Rückgang gegenüber den bereinigten 3,24 USD aus Q2 — entscheidend wird sein, ob der neue CEO O'Brien beim Ausblick auf Produktion und Ausschüttungen überzeugt. Die Marathon-Integration bleibt ein offener Kostenfaktor.
Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.
- news.alphastreet.comConocoPhillips Q3 2026 Earnings Preview – AlphaStreet(öffnet in neuem Tab)
- Investing.comConocoPhillips Earnings on Deck: New CEO's First Quarterly Test – Investing.com(öffnet in neuem Tab)
- MarketBeatConocoPhillips Earnings Report – MarketBeat(öffnet in neuem Tab)
- ground.newsConocoPhillips Plans New Staff Cuts in Canada – Ground News(öffnet in neuem Tab)
- Yahoo FinanceConocoPhillips & Devon Energy Earnings Previews – Yahoo Finance(öffnet in neuem Tab)