Goldman Sachs hat die Kaufempfehlung für Philip Morris heute bekräftigt und den Konzern als Top-Pick im Tabaksektor eingestuft. Auslöser ist eine neue FDA-Leitlinie, die das behördliche Vorgehen gegen nicht zugelassene E-Zigaretten lockert. Für Philip Morris ist das relevant, weil IQOS und verwandte Heated-Tobacco-Produkte in den USA seit Jahren auf regulatorische Freigaben warten und jede Entspannung im FDA-Umfeld die Marktperspektive verbessert.
Der Kurs notiert an der NYSE bei rund 181 bis 182 USD, auf Eurobörsen bei etwa 154 bis 155 EUR. Über 30 Tage summiert sich das Plus auf gut 13 Prozent, der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum rund 9 Prozent zu. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt laut eToro bei 170,99 USD — damit ist der aktuelle Kurs bereits darüber hinaus, was zumindest die Frage aufwirft, ob der Konsens den FDA-Schwenk noch nicht vollständig eingearbeitet hat oder ob die Bewertung schlicht vorausgelaufen ist.
Hinzu kommt ein breiterer Sektor-Kontext: Die Trump-Administration hatte Anfang Mai öffentlich Druck auf die FDA ausgeübt, aromatisierte E-Zigaretten schneller zuzulassen. Philip Morris profitiert davon nicht direkt über Menthol-Produkte, aber das politische Klima begünstigt generell eine weniger restriktive Haltung gegenüber Tabak-Alternativen. Wettbewerber wie Altria, die über eine IQOS-Lizenz in den USA verfügen, dürften ähnliche Kursimpulse erhalten haben.
Das Annual Meeting fand heute ebenfalls statt, ohne dass operative Überraschungen bekannt wurden. Der Kursanstieg ist also klar regulatorisch getrieben, nicht durch Quartalszahlen oder Unternehmensankündigungen. Wer jetzt kauft, wettet darauf, dass die FDA-Lockerung strukturell anhält und nicht nur ein taktisches Signal der Behörde war.
