Makro der Woche im Überblick
Drei Entwicklungen dominieren diese Woche. Erstens: Die EZB hat am 24. Juli 2026 ihren Einlagesatz bei 2,25 % belassen — Pause, keine Überraschung, aber Lagarde hat eine Zinserhöhung im September nicht ausgeschlossen. Zweitens: Am Mittwoch entscheidet die Fed, Konsens erwartet ebenfalls keine Bewegung bei 3,75 %. Drittens: Donnerstag und Freitag bringen eine ungewöhnliche Datendichte — deutsches BIP für Q2, US-GDP-Erstschätzung, Core-PCE und Eurozone-Inflationsschnellschätzung für Juli. Wer auf Stabilität wettet, bekommt diese Woche die Rechnung präsentiert.
Zahlen kompakt
- EZB-Einlagesatz: 2,25 % (Beschluss 24.07.2026). Hauptrefinanzierungssatz 2,40 %, Spitzenrefinanzierungssatz 2,65 %. Pause bestätigt, September offen.
- Fed Funds Rate: 3,75 % (Konsens: unverändert, Entscheid 29.07.2026). Der Markt preist für 2026 noch eine Senkung ein — das bleibt fragil, wenn Core-PCE am Donnerstag bei 3,2 % YoY landet statt darunter.
- Deutsches BIP Q2 (Schnellschätzung, 30.07.): Konsens +0,4 % QoQ. Vorquartal ebenfalls +0,4 %. Zwei Quartale Wachstum wären kein Boom, aber das Ende der Rezessionsdebatte.
- Eurozone-Inflation Juli (Flash, 31.07.): Konsens 2,9 % YoY (Vormonat 2,8 %). Kern bei 2,4 %. Wenn der Headline-Wert über 3,0 % druckt, wird Lagardes September-Hinweis sehr viel konkreter.
- US-GDP Q2 (Erstschätzung, 30.07.): Konsens +2,3 % annualisiert (Vorquartal +2,1 %). Core-PCE im selben Report erwartet bei 3,2 % — das ist der eigentliche Marktmover.
Was bedeutet das für Anleger
Aktien: Der DAX hat in den letzten Wochen von der Erwartung profitiert, dass sowohl EZB als auch Fed die Zinsen nicht weiter anheben. Dieses Szenario bleibt diese Woche das Basisszenario — aber es ist nicht immun gegen einen Core-PCE-Ausreißer nach oben oder eine überraschend starke Eurozone-Inflation. Zykliker und Industriewerte reagieren empfindlich auf das deutsche BIP; ein Wert unter 0,2 % QoQ würde die Diskussion über strukturelle Schwäche neu entfachen.
Renten: Bund-10Y und US-Treasuries stehen vor einem klassischen Zweifronten-Test. Bestätigt die Fed am Mittwoch die Pause ohne hawkishe Signale, dürfte der kurze Teil der Kurve stabil bleiben. Kommt Core-PCE am Donnerstag heiß, dreht das Bild schnell. Der Bund-10Y-Auction am Dienstag (Vorwert 3,09 %) gibt einen frühen Hinweis auf die Nachfrage.
Währungen: EUR/USD bleibt im Spannungsfeld zwischen EZB-Pause und Fed-Pause. Entscheidend ist, wessen Inflationsdaten stärker überraschen — Eurozone-Flash am Freitag oder US-PCE am Donnerstag. Anleger sollten beide Termine im Blick behalten, da die Reaktion im EUR/USD-Kurs asymmetrisch sein kann.
Ausblick auf die Börsenwoche
Montag, 27.07.: ifo-Geschäftsklima Deutschland (Konsens 86,1, Vorwert 85,6), ifo Lage (87,2) und Erwartungen (84,3). Gleichzeitig Eurozone M3-Geldmenge (Konsens +3,2 % YoY, stabil) und Unternehmenskredite (+4,1 % YoY). US-Durable-Goods-Orders (Konsens +1,6 % MoM nach -4,5 % im Vormonat) — die Kerngröße Non-Defense Ex-Air bei +1,4 % ist der relevante Investitionsindikator. Dallas Fed Manufacturing Index erwartet bei -1.
Dienstag, 28.07.: US-Handelsbilanz (Güter, Vorabschätzung: -98 Mrd. USD nach -105,9 Mrd.), CB Consumer Confidence (Vorwert 91,2, kein Konsens). Richmond Fed Manufacturing Index (Konsens +3). Bund-10Y-Auction in Deutschland.
Mittwoch, 29.07.: Fed-Zinsentscheid 18:00 Uhr MEZ (Konsens: 3,75 %, unverändert), Pressekonferenz 18:30 Uhr. EIA-Rohöllagerbestände. MBA-Hypothekenanträge.
Donnerstag, 30.07.: Deutsches BIP Q2 Schnellschätzung (06:00 Uhr, Konsens +0,4 % QoQ). Eurozone Economic Sentiment (Konsens 94,5). US-GDP Q2 Erstschätzung (+2,3 % annualisiert erwartet), Core-PCE-Deflator im GDP-Report (Konsens 3,2 % annualisiert). Initial Jobless Claims (Konsens 206k). Deutsche Inflationsdaten (Bundesländer ab 08:00 Uhr, nationale Schätzung 12:00 Uhr: Konsens VPI +2,6 % YoY, HICP +2,7 % YoY).
Freitag, 31.07.: Eurozone HICP-Flash Juli (Konsens 2,9 % YoY). Deutsche Arbeitslosigkeit (Konsens 6,3 %). US-Employment Cost Index Q2 (Konsens +0,8 % QoQ). Chicago PMI (Konsens 57,5).
