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Marktbericht
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Fed-Zinserwartungen und schwache Peer-Signale belasten Goldman Sachs stärker als den Gesamtsektor

Vor der Fed-Sitzung Mitte September und mit einem Earnings-Termin am 13. Oktober rückt die Frage in den Vordergrund, wie belastbar Goldman Sachs’ Trading- und IB-Erträge im Umfeld steigender Renditen wirklich sind.

Goldman Sachs erwartet selbst eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der Fed-Sitzung vom 15. bis 16. September — und der Markt preist genau das ein, allerdings mit einem Abschlag auf kapitalmarktgetriebene Geschäftsmodelle wie das von GS. Der Banking-Sektor verlor heute rund 1,3 Prozent; Goldman Sachs fiel mit minus 3,28 Prozent deutlich stärker.

Ein wesentlicher Verstärker war ein negativer „Read-Through” von Bank of America: Schwächere Erwartungen für Q3-Trading- und Investmentbanking-Erträge bei einem direkten Peer treffen Goldman Sachs überproportional, weil das Haus stärker als andere US-Großbanken von Kapitalmarktaktivitäten abhängt. Steigende Renditen am langen Ende erhöhen gleichzeitig den Diskontierungsdruck auf die Bewertung — ein KGV-Modell, das auf hohe Fee-Einnahmen und Handelsgewinne setzt, reagiert auf Renditeanstieg empfindlicher als ein klassisches Kreditinstitut.

Firmenspezifisch gibt es heute keine belastende Meldung. Die Asset-Management-Sparte meldete sogar eine Kapitalaufnahme von 11,7 Milliarden Dollar für neue Private-Equity-Fonds — grundsätzlich ein positives Signal für die Fee-Plattform, das im Intraday-Flow aber keine Kursstütze bot. Wall Street Zen stufte GS zuletzt von „Buy” auf „Hold” herab; der Konsens bleibt bei „Moderate Buy” mit einem Kursziel um 1.062 Dollar. Solche Einzeldowngrades wirken an Tagen mit schwachem Makro-Umfeld als Verstärker, nicht als Auslöser.

Technisch hatte GS zuletzt die Marke von 1.000 Dollar getestet — ein Bereich, der nach starker Vorperformance naturgemäß Gewinnmitnahmen anzieht. Der Rückgang der letzten zwei Handelstage summiert sich auf gut 6 bis 7 Prozent, ohne dass eine Gewinnwarnung oder ein regulatorisches Ereignis dahintersteckt. Das ist kein Kollaps, sondern eine Neubewertung im Kontext von Zinsen, Peer-Signalen und dem anstehenden Q3-Bericht am 13. Oktober.

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