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Marktbericht
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Fertigungsfehler am Neutron-Tank verschiebt Rocket Labs größte Wachstumswette auf 2027

Kleine Lufteinschlüsse in einer Kohlefaser-Verbundkomponente kosten Rocket Lab mindestens drei Quartale Wachstum — und Analysten senken die Kursziele auf 100 bis 105 Dollar.

Ein Fertigungsproblem, das in der Branche als Banalität gilt, hat bei Rocket Lab gerade erheblichen Schaden angerichtet: In der vorderen Kuppel des Neutron-Treibstofftanks wurden Lufteinschlüsse in der Kohlefaser-Verbundstruktur entdeckt. Das Ergebnis ist eine Verschiebung des Erstflugs von Q4 2026 auf irgendwann 2027 — und ein Kurs, der zeitweise mehr als 14 Prozent nachgab.

Greg Pendy von Clear Street bringt die Konsequenz auf den Punkt: Wachstum und Profitabilität verschieben sich um rund drei Quartale nach hinten. Clear Street senkte das Kursziel von 129 auf 105 Dollar, KeyBanc von 135 auf 100 Dollar. Beide Häuser behalten positive Einstufungen, Roth Capital bestätigt „Buy” mit 110 Dollar Ziel. Die Botschaft ist also: kaufenswert, aber teurer Fehler.

Was die Lage komplizierter macht: Rocket Lab hat zur Finanzierung der geplanten Iridium-Transaktion bereits eine Kapitalerhöhung über 1,944 Milliarden Dollar abgeschlossen. Die Verwässerung ist real, der strategische Nutzen liegt noch in der Zukunft. Zusammen mit sechs aufeinanderfolgenden Verlusttagen vor dem heutigen Rückgang ergibt sich ein Bild, das über den reinen Neutron-Schock hinausgeht.

Das Positive existiert, wird aber gerade ignoriert: Der Auftragsbestand ist auf 2,36 Milliarden Dollar gewachsen, und 20 weitere geplante Electron-Starts für Synspective wurden gemeldet. Das Electron-Geschäft läuft. Nur ist Neutron eben das, wofür der Markt die Aktie mit einem erheblichen Aufschlag bewertet hat — und dieser Aufschlag wird gerade neu kalibriert.

Der Rückgang ist klar unternehmensspezifisch, kein Sektorthema. Wer auf Neutron gesetzt hat, muss jetzt mit einem längeren Zeithorizont rechnen.

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