Fox Advisors hat Western Digital von „Outperform” auf „Equal-Weight” zurückgestuft — mit der Begründung, dass der Markt die erwarteten Festplattenpreisanstiege bereits eingepreist haben dürfte. Das ist kein Vertrauensentzug, aber ein klares Signal, dass die Luft nach oben dünner wird.
Zeitgleich griff ein Ausverkauf bei südkoreanischen Speicherchip-Aktien auf den US-Handel über und zog den gesamten Sektor mit. Western Digital verlor in der Vorbörse zeitweise bis zu 8,6 Prozent, bevor sich der Kurs auf ein Tagesminus von rund 6,25 Prozent einpendelte. Das ist keine Einzelaktien-Geschichte — Seagate, Micron und andere Speicherwerte standen ebenfalls unter Abgabedruck.
Hinzu kommt ein unternehmensspezifisches Problem: Der kürzlich abgeschlossene Tausch von mehr als einer Million SanDisk-Aktien gegen WDC-Stammaktien hat einen Aktienüberhang erzeugt. Wer neu zu WDC-Aktionär wurde, hat keinen emotionalen Einstiegspreis — und verkauft leichter.
Für zusätzliche Nervosität sorgt ein Bericht über Gespräche zwischen Apple und dem chinesischen Speicheranbieter CXMT. Sollte Apple tatsächlich auf günstigeres chinesisches DRAM umsteigen, wäre das Preisdruck von der Nachfrageseite — genau das Szenario, das Fox Advisors in seiner Abstufung implizit adressiert.
Der Widerspruch ist dabei kaum zu übersehen: Trotz der heutigen Schwäche liegt das Konsens-Kursziel der Analysten deutlich über dem aktuellen Niveau, und die Mehrheit der Coverage-Analysten bleibt positiv gestimmt. In 16 Tagen stehen Quartalszahlen an — bis dahin dürfte jede Nachricht zum Speicherpreiszyklus als Frühindikator gelesen werden.
