
MWB Research hat nach den vorläufigen Q3-Zahlen die Gewinnschätzungen für 2026 gesenkt — und damit indirekt bestätigt, was der Kurs seit dem 15. Oktober bereits einpreist: Drägerwerk hat ein Kostenproblem, das durch Umsatzwachstum allein nicht zu lösen ist.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz währungsbereinigt um rund 1 Prozent, das EBIT fiel dennoch von 56,7 Mio. Euro auf rund 48 Mio. Euro. Die EBIT-Marge schrumpfte damit auf etwa 5,6 Prozent. Selbst eine hohe Zollrückerstattung konnte den Rückgang nicht abfedern — was zeigt, wie stark die Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz gewachsen sind.
Die Vorzugsaktie hatte am 15. Oktober zweistellig verloren und ist seitdem weiter abgerutscht: von rund 81 Euro am 14. Oktober auf etwa 71 Euro am 20. Oktober. Der heutige Rückgang von 2,51 Prozent ist damit keine neue Reaktion, sondern die Fortsetzung einer laufenden Neubewertung.
Das Management hält an der Jahresprognose fest: währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 2 bis 6 Prozent, EBIT-Marge zwischen 6 und 8 Prozent. Das klingt beruhigend — bedeutet aber auch, dass das vierte Quartal operativ deutlich besser laufen muss als das dritte. Ob das mit der aktuellen Kostenstruktur gelingt, ist die eigentliche Frage, die der Markt gerade beantwortet.
MWB-Analyst Harald Hof wertet die Schwäche als kurzfristigen Rücksetzer und hält an seiner Kaufempfehlung fest. Das ist eine vertretbare Position, setzt aber voraus, dass die Kostenkontrolle im Schlussquartal tatsächlich greift — ein Versprechen, das Drägerwerk bislang schuldig geblieben ist.
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