Am 22. April 2026, vor der Marktöffnung, präsentiert Intel Corporation (INTC.US) seine Quartalszahlen für Q1 2026. Nach einem turbulenten Vorquartal mit überzeugenden Zahlen, aber enttäuschendem Ausblick, steht diesmal viel auf dem Spiel – insbesondere für Anleger, die seit dem Tief im August 2025 auf eine nachhaltige Erholung gesetzt haben.
Analystenerwartungen: Knapp über null
Der Analysten-Konsens (39 Schätzungen) erwartet für Q1 2026 ein EPS von 0,01 USD – ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahreswert von -0,19 USD, aber weiterhin auf extrem niedrigem Niveau. Beim Umsatz liegt der Konsens bei rund 12,34 bis 12,39 Mrd. USD, was einem Rückgang von etwa 2,6 % gegenüber den 12,67 Mrd. USD aus Q1 2025 entspricht. Diese Zahlen decken sich mit dem Ausblick, den Intel nach den Q4-2025-Ergebnissen selbst ausgegeben hatte (Umsatzspanne: 11,7–12,7 Mrd. USD, EPS rund null).
Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 54 Mrd. USD (+2–3 % gegenüber TTM) und einem EPS von 0,51 USD – ein klarer Turnaround gegenüber dem negativen TTM-EPS von -0,06 USD.
Bewertungskontext
Die Intel-Aktie hat sich seit August 2025 um beeindruckende 190 % erholt, was die Messlatte für positive Überraschungen entsprechend hoch legt. Mit einer Marktkapitalisierung, die diesen Anstieg widerspiegelt, und einem Forward-KGV auf Basis der 2026er-Schätzungen von rund 50x ist die Bewertung alles andere als günstig. Das Rating-Bild bleibt vorsichtig: 2 Strong Buy, 39 Hold, 2 Sell – die Mehrheit der Analysten wartet auf Beweise statt auf Versprechen. HSBC sieht das Kursziel bei 50 USD, getrieben von einem erwarteten Serverwachstum von 15–20 % im Jahr 2026.
Was Anleger jetzt beachten sollten
- KI- und Rechenzentrumssegment: Dieses Segment gilt als wichtigster Wachstumstreiber. Analysten erwarten hier ein Wachstum von rund 29 % – ob Intel liefern kann, wird den Kurs maßgeblich bestimmen.
- Foundry-Fortschritt: Der Ausbau der eigenen Fertigungskapazitäten und die neue 18A-Technologie (präsentiert auf der CES 2026 mit der Core Ultra Series 3) sind langfristig entscheidend, aber kurzfristig mit Ausführungsrisiken behaftet.
- Guidance für Q2 2026: Wie nach Q4 2025 könnte ein schwacher Ausblick trotz solider Ist-Zahlen den Kurs belasten. Der Optionsmarkt preist eine Kursbewegung von ±8,34 % post-Earnings ein.
- Insider-Sentiment: In den vergangenen 90 Tagen gab es 0 Käufe und 5 Verkäufe durch Insider – kein ermutigendes Signal kurz vor den Zahlen.
Norberts Einordnung
Intel befindet sich mitten in einem der schwierigsten Umbaumanöver der Halbleiterbranche – und die Zahlen für Q1 werden zeigen, ob die Rally der letzten Monate auf soliden Fundamenten steht oder vor allem auf Hoffnung basiert. Das magere EPS von einem Cent und ein leicht rückläufiger Umsatz sind keine Kaufargumente an sich; entscheidend wird sein, ob das Management beim KI-Segment und beim Foundry-Geschäft konkrete Fortschritte belegen kann. Angesichts der Insiderverkäufe und der konservativen Analystenhaltung würde ich vor einem Einstieg auf klare Signale in der Guidance für Q2 warten.
